Das Spiel um Platz drei hätte ich natürlich weglassen und mir einen entspannten Abend machen können. Aber nein! Das Pflichtbewusstsein siegte – und die Gier, diese besondere Zahl zu erreichen: 34. Das Finale am Sonntag wurde zu meinem 34. WM-Spiel 2022 im Stadion – was nur möglich war, weil das vorangegangene Platzierungsmatch zwischen Marokko und Kroatien die Nummer 33 besetzte. Weil sich die ganze WM an einem Ort abspielte, erlaubte die FIFA, in der Gruppenphase zwei Partien pro Tag zu besuchen, in den Kombinationen 13.00/19.00 Uhr, 13.00/22.00 Uhr oder 16.00/22.00 Uhr. Bei den Parallelspielen am Ende der Vorrunde ging 18.00/22.00 Uhr. Ab Achtelfinale wurde ein Einsatz pro Tag genehmigt. Auf 24 Spiele kam ich an zwölf Vorrundentagen, danach vier Achtel-, zwei Viertelfinals und ab Halbfinale wieder alles. Als ich durchzählte, leuchtete mir die Zahl 34 entgegen. 34 Spiele hat eine Bundesliga-Saison. Ich konnte nicht widerstehen. Eine Saison komprimiert auf 28 Tage, 21. November bis 18. Dezember. Ohne Ausfall. Knapp war es bei Tunesien – Australien am ersten Samstagmittag wegen des verpassten letzten Shuttlebusses. Heftigstes Spiel war Argentinien – Niederlande. Den Bericht hatte ich in der 80. Minute fertig, es stand 2:0. Dann 2:2, Verlängerung, Elfmeterschießen. Ich haute alles raus, was ich noch an Buchstaben hatte. Die Prinzipien der Belastungssteuerung ignorierend, ging es am nächsten Tag in England – Frankreich. Die Profi-Zuschauer aus Jürgen Klinsmanns in zwei Gruppen arbeitender Technical Study Group kamen übrigens auf je nur 33 Spiele. Hah, von mir ausgestochen, Triumph! Zwischenzeitlich ärgerte ich mich, das vorgezogene Eröffnungsspiel Katar – Ecuador am 20. November verpasst zu haben. Aus Bequemlichkeit, weil ich mir einredete, erst richtig im Land ankommen zu müssen. Ich hätte auf 35 Spiele kommen können. Wobei: Eine Saison mit 35 Spielen besagt, dass man in der ersten Pokalrunde rausgeflogen ist. Dann sind 34 besser, 34 sind doch perfekt.
Aber es langt jetzt erst mal mit Fußball.