Ein Finale für die Ewigkeit

von Redaktion

Großer Sport und große Emotionen – das Endspiel bot alles

Lusail – Frankreichs Präsident klopfte Kylian Mbappé auf die Schulter und sprach ihm Trost zu, doch Frankreichs Superstar starrte weiter mit leerem Blick in den Nachthimmel über dem Lusail Stadion. Der Offensivspieler war mit seinen drei Treffern einer der Spieler des Spiels, und doch verpasste er mit der Équipe Tricolore durch das 2:4 im Elfmeterschießen seinen zweiten WM-Titel. Die Trophäe für den besten Torschützen der WM in Katar mit acht Treffern war da am Sonntag nur ein schwacher Trost.

Die Glückwünsche von Weltverbands-Präsident Gianni Infantino und den anderen Offiziellen um Macron nahm Mbappé mit versteinerter Miene entgegen. „Die Blauen haben uns träumen lassen“, schrieb Macron auf Twitter.

Mbappé war dennoch untröstlich. Minutenlang stand er nach dem Elfmeterschießen enttäuscht und frustriert auf dem Rasen, wischte sich immer wieder durch das Gesicht. Später setzte er sich auf die Ersatzbank, das Trikot über das Gesicht gezogen, um die feiernden Argentinier um Lionel Messi nicht sehen zu müssen. Weder Trainer Didier Deschamps noch seine Teamkollegen konnten den Stürmer von Paris Saint-Germain aufmuntern. Mit gerade einmal 23 Jahren kommt Mbappé nun zudem bereits auf zwölf WM-Tore.

Auf Seiten der Argentinier überzeugte neben Messi ein weiterer Altmeister. Als seine Mitspieler sich auf den überraschenden Wegweiser zum WM-Titel stürzten, schossen die Tränen aus Angel Di Maria in den Augen. Gerade hatte der 34-Jährige mit einem Traumtor Argentinien auf den Pfad zum dritten WM-Triumph geschossen – plötzlich spielte jemand die Hauptrolle, der eigentlich schon aussortiert schien.

„Ein Meisterwerk“, schwärmte die Tageszeitung Clarin vom 2:0 in der 36. Minute gegen Titelverteidiger Frankreich, das Lionel Messi mit einem Außenristpass an der Mittellinie eingeleitet hatte. Und ausgerechnet Di Maria, der nach der Vorrunde seinen Stammplatz verloren und in den K.o.-Spielen vor dem Finale (2:1) nur acht Minuten auf dem Feld gestanden hatte, schob den Ball ins Tor.

Und dann war da ja noch Emiliano Martinez. Argentiniens Torwart, der im Elfmeterschießen glänzte und anschließend vor Freude weinte: „Es war ein unglaubliches Finale, das hätte ich mir nicht erträumt.“ Martinez wurde zum besten Torhüter des Turniers gekürt – und irritierte danach mit einer obszönen Jubelgeste. Den Goldenen Handschuh hielt sich Martinez provokant vor den Unterleib.

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