München – „Ich gehe voran, um die Begeisterung wieder zu wecken“, versprach Trainer Michael Köllner unlängst, nachdem der TSV 1860 vor der WM-Pause von Rang zwei auf sechs abstürzte. „Nur wer selbst brennt, kann Feuer entfachen.“ Weniger als eine Woche vor Heiligabend ist im positiven Sinne festzuhalten: Das Feuer in Giesing brennt – und die Löwen gehen gleich aus drei Gründen doch noch in eine besinnliche Vorweihnachtszeit.
Zum einen fand erstmals seit 2019 und nach zwei coronabedingten Auszeiten am Samstag im Grünwalder Stadion wieder ein Adventssingen statt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt strömten laut Martin Scherbel, Vorstand des Veranstalters „Freunde des Sechzgerstadions“, geschätzt 1500 bis 2000 Menschen ins sonst so emotionale Epizentrum nach Giesing. „Das hat uns total gefreut. Es war ein toller Abend!“, schwärmt Scherbel gegenüber unserer Zeitung.
Grund zur Freude bieten auch die Leistungen auf dem Rasen. Fünf Testspiele hat Köllner in der Winterpause angesetzt, ehe es am 14. Januar bei Waldhof Mannheim wieder um Drittliga-Punkte geht. Zwei davon absolvierten die Löwen am Wochenende im Doppelpack-Modus – und Köllner konnte zufrieden sein. Gegen den 1. FC Nürnberg wies seine Mannschaft am Freitag nach, dass sie in guten Momenten über Zweitliga-Qualität verfügt. Stefan Lex traf kurz vor Schluss zum 1:0-Siegtreffer gegen Köllners Ex-Verein. Bereits 25 Stunden später ging’s am Samstag zum XL-Test bei Erstligist Hoffenheim. 1860 verlor über 120 Minuten zwar mit 2:3, zeigte aber Moral und kam durch die Treffer von Marcel Bär und Albion Vrenezi nach Rückständen zwei Mal zurück. „Die zwei Tage haben sich richtig gelohnt“, freute sich Köllner.
Der Aufwärtstrend beeindruckt übrigens weit über die Münchner Grenzen hinaus. Allein dass sich der Ex-Premier-League-Profi Lukas Rapp (Norwich) einen Wechsel in die dritte Liga tatsächlich vorstellen kann, beweist die Strahlkraft, die der Verein noch immer hat. Hilft vielleicht auch beim Faktor Zeit. Bis zum Trainingslager in Belek (ab 3. Januar) soll der erste Deal fix gemacht werden. „Wir müssen bis zum 2. Januar Nägel mit Köpfen machen!“, sagte Köllner bei „dieblaue24“. JOHANNES OHR