Denkspiele in alle Richtungen

von Redaktion

Winter-Transfers: Bayerns Torwartsuche läuft – auch sonst schließt Salihamidzic „nichts aus“

VON PHILIPP KESSLER UND HANNA RAIF

München – Am 1. Januar öffnet das Winter-Transferfenster. Traditionell tut sich beim FC Bayern in Sachen Zu- und Abgängen während dieses Monats kaum etwas. Doch in dieser Saison ist es zwangsläufig anders. Die Gründe: Verletzungen und Tiefschläge bei der WM in Katar, die die großen Titel-Ziele in Gefahr bringen.

„Ich bin bekanntlich kein Freund von der Winter-Transferperiode. Aber es ist während der WM-Pause einiges passiert, also schließe ich nichts aus“, sagt Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) im Interview mit der „Sport Bild“ und ergänzte: „Wir versuchen, das Beste für unsere Mannschaft zu machen. Wir werden alle Optionen prüfen. Vor allem auf der Torwartposition, aber nicht nur dort. Schnellschüsse wird es nicht geben.“

Die größte Münchner Baustelle befindet sich zwischen den Pfosten. Kapitän Manuel Neuer (36) zog sich bei einer Skitour einen Unterschenkelbruch zu und fällt bis Saisonende aus. Bayern sucht eine starke Nummer eins – vor allem mit Blick auf das Achtelfinale in der Champions League gegen die Superstars von Paris Saint-Germain.

Eine vorzeitige Rückholaktion von Alexander Nübel (26), der noch bis Sommer an Monaco ausgeliehen ist, sei laut Salihamidzic „eine naheliegende Option“. Mittlerweile wurde die Spielerseite von Bayern darüber informiert, dass Verhandlungen über eine finanzielle Entschädigung mit dem französischen Verein weiter andauern. Eine Rückkehr droht allerdings zu platzen – weil das Verhältnis zwischen Torwart-Trainer Toni Tapalovic (42) und Nübel nicht existiert und weil der Ex-Schalker auch bei Neuers Rückkehr Anspruch auf einen Stammplatz hat. Mit möglichen Problemen in der Zukunft will sich Salihamidzic nicht beschäftigen.

Mit Problemen in der Zukunft will sich Salihamidzic nicht beschäftigen. „Es ist wichtig, dass wir für unsere Mannschaft kurzfristig die beste Lösung finden. Was im Sommer ist, müssen wir dann managen. Wir wollen in dieser Saison um alle Titel mitspielen“, betont der Sportvorstand. Als Plan B beschäftigen sich die Bayern unter anderem mit Yann Sommer (34/Vertrag läuft im Sommer bei Gladbach aus). „Beide Torhüter können aus meiner Sicht Manuel Neuer nicht ersetzen“, sagte Ex-DFB-Keeper Roman Weidenfeller (42) bei Sky. Auch Bono (31/Vertrag bis 2025 beim FC Sevilla) ist im Gespräch. Die Münchner Verantwortlichen sind mit der Sommer- und Bono-Seite bereits in lockerem Austausch.

Trainer Julian Nagelsmann (35) macht sich aber auch auf anderen Positionen Sorgen. Sollte nach dem Kreuzbandriss von Lucas Hernández (26/Vertrag bis 2024), mit dem die Bayern weiterhin verlängern wollen, ein weiterer Innenverteidiger ausfallen, sind Optionen rar. Ein Winter-Neuzugang ist auf dieser Position aber nicht geplant. Ab Sommer soll Abwehr-Juwel Tarek Buchmann (17) an die Profis herangeführt werden. Fehlt in der Rückrunde gar Alphonso Davies (22), gibt es keinen weiteren Linksverteidiger im Kader. Zudem befürchtet Nagelsmann, dass Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (33) seine irre Torquote nicht halten kann. Nicht umsonst läuft – neben der Absicht, den bis 2023 datierten Vertrag des Kameruners zu verlängern – die Suche nach einem neuen Knipser ab Sommer auf Hochtouren. Ein Kandidat ist Tottenham-Star Harry Kane (30/Vertrag bis 2024). Zudem ist auch die Variante mit zwei Stürmern für das Frühjahr denkbar – mit Choupo-Moting als Neuner und Supertalent Mathys Tel (17) als hängender Spitze.

Dann wäre da noch Benjamin Pavard (26). Der Verteidiger wurde während der WM von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps (54) zum Bankdrücker degradiert. Dass er auch mit seiner Rolle beim FC Bayern unzufrieden ist, machte er in den Wochen vor dem Turnier in Katar deutlich. Nach sechs Jahren in Deutschland ist er offen für eine neue Herausforderung. Eine Verlängerung seines 2024 auslaufenden Vertrags ist kein Thema. Salihamidzic plant, „das Thema frühzeitig zu lösen“ und fügt hinzu: „egal in welche Richtung“. Als künftigen Rechtsverteidiger haben die Bayern Malo Gusto (19/Vertrag bis 2024) von Olympique Lyon auf dem Zettel.

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