München – Andrea Trinchieri musste nicht lange nachdenken. Natürlich hat auch der Trainer der Basketballer des FC Bayern einen Weihnachtswunsch. Einen einzigen nur: „Gesundheit für meine Spieler und ihre Familien.“
Das ist für den Italiener natürlich nur teilweise ein uneigennützige Sache. Gesundheit ist das Hauptproblem, das sein Münchner Basketballprojekt in diesen Tagen noch begleitet. Der Euroleague-Einsatz bei Zalgiris Kaunas am Freitag (19 Uhr) wird der 28. Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Und wie bei den 27 Vorgängermodellen ist auch in Litauen Improvisation gefragt. Kapitän Vladimir Lucic fällt wegen einer Ellenbogenverletzung noch bis mindestens Januar aus, seit Wochenbeginn müssen zwei Profis wegen einem Magenvirus passen. Immerhin: Bei Isaac Bonga (Knöchel) und Augustine Rubit (Adduktoren) stehen die Zeichen vor dem Jahresfinale langsam aber sicher auf Rückkehr. Bei Andreas Obst ohnehin – der Nationalspieler wurde am Sonntag gegen Braunschweig wegen Muskelbeschwerden sicherheitshalber geschont.
Das Interessante ist: Auch mit reduziertem Aufgebot haben die Bayern zuletzt eine merkliche spielerische Entwicklung durchgemacht. Man lässt den Ball flüssiger und schneller durch die eigenen Reihen laufen. Die verbesserte Offensive haben zuletzt auch der BC Valencia und die Löwen Braunschweig zu spüren bekommen, die von den Münchnern jeweils fast 100 Punkte eingeschenkt bekamen. Was auch Nachverpflichtung Niels Giffey ein Lächeln auf die Lippen treibt. „Wir haben ein sehr talentiertes Team“, sagte er, „wir entwickeln uns Tag für Tag weiter.“
Wobei es sich auch gut trifft, dass die Bayern-Macher ein Team zusammengestellt haben, in dem es neben allem Talent auch menschlich passt. Denn viel von der Weiterentwicklung entsteht im Spiel und auf Reisen. Nach dem kurzen Durchschnaufen zu Beginn dieser Woche haben die Bayern da nun schon wieder einen kniffligen Block vor sich. Heiligabend kommen die Münchner aus Kaunas zurück, am zweiten Weihnachtsfeiertag zieht man nach Heidelberg weiter ehe bereits am Donnerstag der nächste Euroleague-Auftritt bei Neuling Partizan Belgrad wartet. Routinier Elias Harris ahnt schon, worauf es ankommen wird. „Du musst irgendwann den Motor anwerfen“, sagte er, „zuletzt hat das ganz gut geklappt.“
Und so soll es auch diesmal sein. Zumindest ein Sieg auf europäischem Parkett sollte trotz der schwierigen Personallage schon her. Immerhin hat man sich mit dem Erfolgserlebnis gegen Valencia wieder bis auf zwei Siege an die Playoff-Plätze herangepirscht. Und sowohl Kaunas als auch Partizan gehören zum breiten Kreis der Teams die wie die Bayern mit dem so wertvollen achten Platz liebäugeln.
Mit einem leichten Vorteil für Kaunas, wie Andrea Trinchieri befindet. „Wir haben es zuletzt zweimal in die Playoffs geschafft – ich habe das Gefühl, dass es diesmal ihr Jahr ist“, sagte er. Am Freitag werden die Bayern da schon mehr wissen. rp