Neuers Reha-Plan

von Redaktion

Gehen geht in sechs Wochen wieder

München – Die Weihnachtsstimmung ließ sich Manuel Neuer (36) nicht vermiesen. An Krücken grüßte der Bayern-Torwart seine Fans mit einem Foto vor dem Christbaum. Rund zwei Wochen ist Neuers Skiunfall mit Schien- und Wadenbeinbruch her, der das Saison-Aus bedeutete. Unsere Zeitung sprach mit dem Berliner Sportmediziner Thorsten Dolla (59) über Neuers Weg zurück.

„Bei einer solchen Verletzung wird in der Regel eine Osteosynthese durchgeführt. Die Bruchstücke des Knochens werden in diesem Fall mit einem Marknagel und Schrauben stabilisiert. Das erste Ziel ist, dass der Knochen wieder fest wird. Frühzeitig kann man auch schwimmen und Rad fahren“, erklärt der Experte, der Stadionarzt bei Pokal-Endspielen und Länderspielen im Berliner Olympiastadion ist.

Der Marknagel könne zu frühzeitiger Belastung des Knochens führen. Dolla: „Man kann zeitig Bodenkontakt herstellen und bei Absetzen des Beins mithilfe der Krücken eine Belastung von ungefähr zehn Kilo durchführen. So kann sich der Patient frühzeitig mobilisieren.“ Rund acht Wochen nach der OP könne man die Schrauben entfernen. „Dann können die betroffenen Knochen wieder zunehmend belastet werden“, sagt Dolla. „Bis man nach einer Operation, wie Neuer sie hatte, wieder normal gehen kann, dauert es ca. acht bis zwölf Wochen.“

Wann kann Neuer wieder fußballspezifisch trainieren? „Das hängt nicht nur vom Knochen, sondern auch vom psychischen Zustand“, so Dolla. „Mit dem Marknagel im Knochen kann er ungefähr nach einem Vierteljahr wieder voll belasten. Wichtig ist, dass er sich nicht unter Druck setzt.“ Den Fans kann er Hoffnung machen: „Verläuft der Reha-Prozess komplikationslos, muss man sich keine Sorgen um ein vorzeitiges Karriereende machen. In der Regel sind wir bei einer solchen Verletzung optimistisch, sehr selten gibt es dabei Komplikationen.“  pk

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