Zum 30. in der Form seines Lebens

von Redaktion

Yasin Ehliz steht für den Lauf des EHC München – Auswärts-Vereinsrekord

VON GÜNTER KLEIN

München – Die Welt des Eishockeys: Eine kleine, man trifft sich immer wieder. Wie Chris DeSousa und Kai Suikkanen. Der kanadische Stürmer und der finnische Trainer arbeiteten in der Saison 2017/18 zusammen, beim HC Bozen in der multinationalen Erste Bank Eishockey Liga (EBEL), das Team aus Südtirol wurde damals Meister. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2022 das Wiedersehen: DeSousa ist seit dieser Saison beim EHC München unter Vertrag, sein ehemaliger Trainer erhielt am Tag vor Heiligabend den Auftrag, die Augsburger Panther zu retten.

„Kai, willkommen in der DEL“, sagte Münchens Coach Don Jackson zum neuen Kollegen, „Chris DeSousa hat sehr lobend über dich gesprochen.“ Kai Suikkanen nahm die Hymne gelassen entgegen: „Manche sagen, ich bin der beste Trainer der Welt, andere sagen, der schlechteste. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte.“ Der 63-Jährige, der den glücklosen Schotten Peter Russell abgelöst hatte, musste sich nach gerade einer Trainingseinheit der schwierigsten Aufgabe des DEL-Betriebs stellen: der Konfrontation mit dem souveränen Tabellenführer EHC München. 1:4 (0:0, 1:2, 0:2) verlor Augsburg das Derby. Wenigstens beteiligte sich Chris DeSousa nicht mit Scorerpunkten am ergebnistechnisch misslungenen DEL-Einstand seines einstigen Lehrmeisters.

Es spricht für die Klasse des EHC München, dass er auch dieses Spiel gewann. Ein Trainerwechsel macht den Gegner unberechenbar, Augsburg konnte sich in einem ausverkauften Stadion (6179 Zuschauende) auch auf Rückhalt von den Rängen verlassen. Der höfliche Don Jackson sagte: „Erst unser drittes Tor“ (es fiel zu Beginn des Schlussdrittels, d. Red.) „hat Augsburg den Wind aus den Segeln genommen. Wir brauchten einen großartigen Mathias Niederberger im Tor“, doch Augsburgs neuer Trainer Kai Suikkanen musste anerkennen: „Die Münchner sind einfach besser als wir. Kein Zweifel daran.“ Die Tabelle bestätigt das ja auch: Die Panther kämpfen als 14. gegen den Abstieg, der EHC ist fast schon uneinholbar Erster.

Und er stellte mit dem 4:1 in Augsburg einen Vereinsrekord auf: neunter Auswärtssieg in Folge. Auch die Strecke von saisonübergreifend sechs Derby-Erfolgen ist herausragend. Und ein Spieler kann auf einen besonderen „Streak“ verweisen: Yasin Ehliz punktete in der neunten Partie nacheinander. Er erzielte das 3:1 und bereitete das 4:1 vor, die Angriffsreihe, die er mit Austin Ortega (ein Tor, ein Assist) und Filip Varejcka (drei Vorlagen) bildet, war die effektivste.

Sechs Tore und zehn Assists hat Yasin Ehliz alleine in den vergangenen neun Matches abgeliefert – und obwohl individuelle Resultate in offizieller Lesart hinter denen der Mannschaft zurückstehen, könnte es Ehliz reizen, die Serie auszubauen: Heute gegen Düsseldorf und am Freitag, am Tag seines 30. Geburtstags, gegen Wolfsburg. Er stünde dann bei elf Spielen mit Ertrag. Den Saisonrekord hält der Frankfurter Brendan Ranford mit 13 Spielen und 19 Punkten.

Sogar im Wettbewerb um die Gesamtscorerwertung hat Ehliz gute Aussichten. Mit 34 Punkten liegt er nur einen hinter dem Führenden, Matthias Plachta aus Mannheim.

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