Frankfurt/München – Bayern und das Glück, mehr Feiertage zu haben als andere Bundesländer – 300 Münchner Eishockey-Fans machten sich zu Dreikönig auf nach Frankfurt. Was sie in der dortigen Eissporthalle, bekannt wegen ihrer hohen Temperaturen, teils in kurzen Hosen und bei guter Laune erlebten: Ihr Team setzte seine Erfolgsserie fort, mit 3:2 (1:1, 1:1, 1:0) gelang der elfte Auswärtssieg in Folge.
Es war eines der besten Spiele der Saison. Weil beide Teams die Offensive als entscheidenden Wert pflegen. „München spielt noch aggressiver als wir, da bleibt einem nichts anderes übrig als Angriff, weil der die beste Verteidigung ist“, erläuterte Frankfurts Verteidiger Simon Sezemsky nach dem ersten Drittel (1:1). Der Münchner Maximilian Kastner meinte nach dem zweiten, als es 2:2 stand: „Das macht Spaß, wenn ein Spiel so hart umkämpft ist und es viele Chancen auf beiden Seiten gibt. Machst du einen kleinen Fehler beim Forecheck, hast du einen Konter gegen dich.“
So war es ein Rauf-und-runter-Spiel, in dem jeweils Dominik Bokk für die Löwen vorlegte – nach 36 Sekunden zum 1:1, in der 34. Minute zum 2:1. Bokk ist der Topscorer der Liga, ein besonderer Fall: Er gilt als schwierig, der angestrebte Sprung in die NHL wollte ihm bislang noch nicht glücken – doch er zeigte gegen den EHC seine Klasse. Vor allem beim zweiten Tor, als er zweimal die Scheibe aus Münchner Reihen eroberte. Was allerdings EHC-Verteidiger Maksymilian Szuber ebenfalls gut kann. Auch er ist ein junger Spieler mit NHL-Perspektive, er luchste in der 39. Minute Löwen-Star Carter Rowney den Puck ab und fuhr den Konter zum 2:2. Der zweite Ausgleich des EHC nach dem 1:1 durch DeSousa (20.).
Nach 14 Sekunden des Schlussdrittels ging erstmals München in Führung – durch Ryan McKiernan. Diesen knappen Vorsprung hielt der EHC – und konnte verkraften, dass eine individuelle Serie riss: Yasin Ehliz punktete nach 12 Spielen am Stück diesmal nicht. GÜNTER KLEIN