München/Wengen – Felix Neureuther hat sich als Experte beim Weltcup in Wengen erstmals nach dem Tod von Ski-Legende Rosi Mittermaier wieder in der Öffentlichkeit gezeigt – auch weil seine Mama es so wollte. Es sei der „ganz explizite Wunsch“ seiner am 4. Januar im Alter von 72 Jahren verstorbenen Mutter gewesen, dass er seinen Job bald wieder aufnehme, so Neureuther. „Sie hat gesagt: Felix, fahre nach Wengen und genieße es!“
Wengen sei „ein Kraftort“ für die Familie, berichtete Neureuther. Sein Vater Christian holte dort zwei Siege, auch er selbst sei dort „ein paar Mal nicht ganz so schlecht gefahren“, und Rosi Mittermaier, die den Kampf gegen den Unterleibskrebs verlor, stand im nahen Grindelwald mehrfach auf dem Podium. „Deswegen ist es gut, hier zu sein, und absolut im Sinne der Mama“, sagte Neureuther. „Es ist eine sehr schwere Zeit für uns“, aber „es muss auch bei uns zu Hause ein Stück weit Normalität einkehren. Das ist ganz wichtig im Prozess der tiefen Trauer.“
„Sehr dankbar“ zeigte sich der Ex-Skifahrer über die große Anteilnahme. Diese beweise, „dass die Mama viele Dinge richtig gemacht hat“. Das galt beim Super-G auf der Piste am Freitag vor allem für Aleksander Aamodt Kilde. Der Norweger holte seinen fünften Saisonsieg. Die Lokalmatadoren Stefan Rogentin (0,27 Sekunden) und Marco Odermatt (0,66) lagen hinter dem 30-Jährigen. „Man muss einfach Gas geben bis zum Ende, das habe ich probiert – und es hat geklappt“, sagte Kilde in der ARD.
Andreas Sander (+2,30) und Josef Ferstl (3,05) kamen nicht unter die Top 20. Romed Baumann schied aus, Thomas Dreßen schonte sich für sein Comeback in der Abfahrt an selber Stelle am Samstag. Baumann fand sein Aus einen Tag vor seinem 37. Geburtstag „ärgerlich“. Bei einer Welle nach dem Haneggschuss hatte es ihm den Außenski weggezogen, nur mit Mühe verhinderte er einen Sturz. „Ich bin froh, dass ich gesund im Ziel stehe.“ sid