Jugend forscht – und siegt

von Redaktion

RODLEN Deutschland dominiert bei der EM im Einzel und Doppel

Sigulda – Der Chefcoach war nicht vor Ort, und so schlüpfte Felix Loch als Dienstältester eben in die Rolle seines Vaters. „Das war ein erfolgreiches Wochenende für das ganze Team“, analysierte der Rodel-Rekordweltmeister im Duktus eines Trainers, „wir können zufrieden in Richtung WM aufbrechen.“

Bei der EM gab es für Loch selbst zwar keinen Sieg, dafür sprang aber die Jugend ein – zwei Wochen vor den Heim-Weltmeisterschaften in Oberhof macht das Team einen gefestigten Eindruck. Max Langenhan und Anna Berreiter, beide 23 Jahre alt, gewannen ihre ersten EM-Titel, dazu gab es Silber durch die erfahrenen Kräfte Loch und Dajana Eitberger, und auch die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt holten Gold.

In Abwesenheit von Bundestrainer Norbert Loch war es eine gelungene WM-Generalprobe auf einer schwierigen Bahn. Und das war vor sechs Wochen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Anfang Dezember hatte die Weltcup-Saison in Innsbruck begonnen, Österreich dominierte dabei jede einzelne Kategorie. Mit der deutschen Ikone Georg Hackl im Trainerstab, erst im Sommer war er gewechselt, wirkte die Alpenrepublik zunächst unschlagbar.

In der Folge schwammen sich Loch und Co. aber frei, Sigulda bestätigte diesen Eindruck. Die Zeiten, in denen Erfolge selbstverständlich waren, sind zwar vorbei, Deutschland ist aber wieder in allen Disziplinen siegfähig. Das zeigt auch der Blick auf die Weltcup-Klassements.

Bei den Frauen stehen nun drei Deutsche vorn: Eitberger (381 Punkte) führt vor Weltmeisterin Julia Taubitz (337), die in Sigulda Achte wurde, und Berreiter (330). Bei den Männern rückte Loch (426) als Zweiter ein wenig näher an die Spitze heran.  dpa

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