Klopp in der Krise

von Redaktion

„Das ist ein Tiefpunkt“: Liverpool geht gegen Brighton unter – Angriff auf Arsenal-Tormann

Brighton/München – Jürgen Klopp konnte nicht anders, als sich zu entschuldigen. Mit erhobenen Händen und gesenktem Kopf stellte sich der Trainer den mitgereisten Fans und nahm nach einer erneut enttäuschenden Leistung seines FC Liverpool die Schuld auf sich. „Es ist meine Verantwortung“, sagte Klopp, „das weiß ich.“

Nach dem 0:3 (0:0) bei Brighton & Hove Albion stehen die Reds auch nach dem dritten Spiel des Jahres ohne Sieg da – und Klopp sparte nicht an Eingeständnissen. Er könne sich „an kein schlechteres Spiel erinnern“, betonte der 55-Jährige: „Es spielte ein organisiertes Team gegen ein unorganisiertes Team“. Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Für Klopp und Liverpool war es bereits die fünfte Auswärtsniederlage der laufenden Spielzeit. In der Premier League rutscht der 19-malige Meister immer weiter ins Tabellenmittelfeld ab. Sowohl Brighton – für die´Seagulls trafen Solomon March (46., 53.) und Danny Welbeck (81.) – als auch Brentford zogen am Samstag an Liverpool vorbei, das nur mehr auf dem neunten Platz liegt.

Klopp wirkte auf der Suche nach Gründen für die Misere ratlos. „Wie soll man das erklären?“, haderte er. Schließlich hätten „dieselben Spieler“ bereits „herausragende“ Leistungen gezeigt.

Unrecht hat er nicht. In der vergangenen Saison gewann Klopps Mannschaft noch beide Pokalwettbewerbe, wurde mit nur einem Punkt Rückstand Liga-Zweiter und scheiterte in der Champions League erst im Finale an Real Madrid. Doch eben diese Plätze für die Königsklasse geraten in immer weitere Ferne.

Als wäre das nicht schlimm genug, setzt sich dort nun auch noch der größte Rivale fest. Nach einem völlig verkorksten Start unter dem neuen Teammanager Erik ten Haag zeigt sich Manchester United aktuell in bestechender Form. Mit einem 2:1 (0:0) im Stadtderby gegen Manchester City rückte United bis auf einen Punkt an den Lokalrivalen und Titelverteidiger heran.

Jack Grealish (60.) brachte die ManCity-Mannschaft von Star-Trainer Pep Guardiola, der sein 500. Spiel als Proficoach bestritt, kurz nach seiner Einwechslung in Führung. United kam durch ein strittiges Tor von Bruno Fernandes (80.) zurück in die Partie, kurze Zeit später nutzte Marcus Rashford (82.) den Aufschwung zum 2:1.

Uniteds Ausgleich wurde erst nach Videobeweis gegeben. Der Portugiese Fernandes verwertete einen Steilpass, der durch den im Abseits stehenden Rashford abgeschirmt wurde. Der Linienrichter hatte erst auf Abseits entschieden, wurde dann aber vom VAR überstimmt. „Egal, ob Rashford eingegriffen hat oder nicht, er hat unseren Torwart und unsere Innenverteidiger abgelenkt“, schimpfte Guardiola..

Sein Gegenüber Erik ten Hag äußerte sich diplomatisch. „Ich verstehe die andere Seite“, sagte der United-Coach. „Natürlich ist es ein verwirrender Moment. Aber wenn man den Regeln folgt und er den Ball nicht berührt hat, dann hat er auch nicht eingegriffen und es ist ein Tor.“ So sah es auch Fernandes. „Ich weiß nicht, ob einer von uns abseits war. Marcus hat die Verteidiger nicht beeinflusst. So ist es nun mal.“

Weiter klar an der Spitze: der FC Arsenal, der bei Tottenham 2:0 gewann (Eugento Lloris, Ödegaard). Nach dem Sieg im brisanten Stadtduell ist Torwart Aaron Ramsdale von einem Zuschauer attackiert worden. Der Fan versuchte, den 24 Jahre alte Arsenal-Keeper in den Rücken zu treten, als dieser sich hinter dem Tor eine Flasche holte. Ein Ordner ging dazwischen, Spieler beider Mannschaften kamen dazu, es entwickelt sich eine tumultartige Szene. „Es ist eine Schande, am Ende des Tages ist es nur ein Fußballspiel“, sagte Ramsdale.  sid, dpa

Artikel 11 von 11