Der Bessermacher trifft die Vergangenheit

von Redaktion

Ben Smith und der EHC in Mannheim

München – Es gibt sie ja doch noch die Dinge, die auch Ben Smith noch nicht oft erlebt hat. An diesem Freitag wird es mal wieder so weit sein. Um 19.30 Uhr muss der 34-Jährige mit seinem EHC Red Bull München dann bei den Mannheimer Adlern ran. Mit den Kurzpfälzern verbindet Smith nicht nur die innige Rivalität im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Drei Jahre lang trug er das Mannheimer Trikot, wurde 2019 mit den Adlern Deutscher Meister. „Da sind für mich viele Erinnerungen verbunden“, sagte er, „klar, das ist in jeder Hinsicht ein besonderes Spiel für mich.“

Und nicht nur für ihn. Zum letzten Mal vor den Playoffs treffen die beiden Ex-Meister aufeinander. Zwei der drei Saisonduelle entschieden die Münchner für sich. Ein weiterer Erfolg würde dem EHC ein Stück Geschichte bescheren. Es wäre der 13. Auswärtserfolg in Serie – das gab es in der DEL-Historie noch nie. „Als Spieler hast du das natürlich nicht im Kopf“, sagte Smith, „aber es wäre ein schöner Nebeneffekt.“

Ein kleiner Baustein sozusagen im bislang so prächtigen Erfolgsgebäude dieser Saison, an deren Ende unbedingt der Titel stehen soll. Auch bei Ben Smith sitzt der Stachel der Finalniederlage des Vorjahres noch tief: „Wenn du so nah dran warst und es doch nicht schaffst, dann tut das sehr weh.“

Ok, der EHC hat sich weiter entwickelt. „Viele Spieler waren damals schon dabei“, erklärte Smith, „das hilft jetzt natürlich sehr.“ Man funktioniere als Team, die Defensivarbeit hat sich verbessert. Es sind die Details, die ein gutes zum Meisterteam machen können.

Und natürlich liegt viel von der Hoffnung, dass es so kommen könnte, auch auf den Schultern von Spielern wie Smith. Der Mann, der in seiner Karriere insgesamt 237 Partien in der Traumfabrik NHL absolvierte, ist ein intelligenter Spieler. Ein Profi, dessen Präsenz auf dem Eis seine Nebenleute besser macht. Er hat sich über die Jahre zu so einem Spieler entwickelt. Der Gedanke gefällt ihm. „Wenn es mir gelingt, den Kollegen etwas zu geben, dann würde mich das stolz machen.“

Und ein Titel – der würde sein Kapitel München vollends abrunden. Smith mag die Stadt. Und das nicht erst seit der Geburt seines zweiten Kindes im vergangenen November. Er ist ein Mensch, der stets schnell in sein Umfeld eintaucht. „Und hier fühle ich mich definitiv zu Hause.“ PATRICK REICHELT

Artikel 1 von 11