Para-WM: Wo sind die Chinesen hin?

von Redaktion

Espot/Östersund – Gleich 18-mal konnte Xi Jinping stolz den Klängen der chinesischen Hymne lauschen. Schier unglaubliche 61 Medaillen durfte der mächtige Staatspräsident während des triumphalen Heimspiels bei den Paralympics bejubeln. Doch die chinesische Machtübernahme im paralympischen Wintersport scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu sein: Gut zehn Monate nach dem Medaillenrausch von Peking fehlt von chinesischen Athletinnen und Athleten bei den Para Schneesport Weltmeisterschaften jede Spur.

Die bei den Paralympics in den meisten Disziplinen unterlegene Konkurrenz wundert sich. „Es ist schon ein Tritt vors Schienbein der paralympischen Bewegung“, klagte Karl Quade, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS): „Dass die komplett nicht mehr antreten, ist ein bisschen merkwürdig. Offensichtlich haben sie für die WM keine Priorität gesetzt.“ Aber angesichts einiger „Zweifel“ bezüglich der Klassifizierungen komme dies auch nicht komplett überraschend.

Unter anderem hatten die deutschen Skifahrerinnen Andrea Rothfuss (Abfahrt) und Anna-Maria Rieder (Super-Kombination) wegen einer aus dem Nichts einmalig aufgetauchten Chinesin jeweils als Vierte eine Medaille verpasst. „Das ist schon ärgerlich, dass die eine Starke bei den Spielen dabei hatten, was dann im Endeffekt eine Medaille gekostet hat“, sagte Rothfuss. Rieder sprach rückblickend von einem „faden Beigeschmack“. Vor den Paralympics von Peking hatte China seit der Premiere der Winterspiele 1976 nur eine mickrige Medaille geholt. Sie habe „das Gefühl, dass das mit Peking eine Eintagsfliege war“, erklärte Rothfuss.  sid

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