TV-KRITIK
Bonjour et Champs-Élysées – so drücken das frankophile Menschen wie wir und Monsieur Kalle aus! Catherine Mullair-Eauenstein hat gestern im ZDF den wichtigsten deutsch-französischen Sportgipfel des Jahres (vor Bayern – PSG) moderiert. Wir beantworten alle #FRAGER, die Sie sich unter Umständen stellen.
– Wie effektiv hat Catherine Zeit geschunden? Sehr! Weil das Spiel Verspätung hatte, musste KPH (frz. für „Kilomètre par heure“) viel Zeug erzählen – zum Beispiel über Norwegen-Torwart Torbjørn Bergerud, „den Mann mit den 12 Armen und den 14 Beinen“. Dieses extreme Extremitäten-Kuddelmuddel muss man sich mal bildlich vorstellen! Vielleicht hat sie aber auch 12 Finger und 14 Zehen gemeint, was auch schon viel wäre. Uns gefällt, dass Catherine als Handball-Quereinsteigerin die simplen Fragen stellt, die echten Nerds gar nicht einfallen würden. Über die Dänen: „So ein kleines Land mit so starken Handballern. Wo kommen die alle hier?“ Perfekte Antwort von DHB-Vorstand Axel Kromer: „Alle kommen aus Dänemark.“ –
– Was weiß Smöre Christophersen über französische Handballhandwerker? Im Viertelfinale ging es nicht gegen dänische Dänen beim Dehnen, sondern gegen Franzosen aus Frankreich. Über Torwart Vincent Gérard wusste der ZDF-Experte: „Er ist jederzeit in der Lage, auch seinen Kasten zuzunageln.“ Das wäre unsportlich, vor allem in der „Crunchtime“, die Smöre herausstellte. Es handelt sich dabei um die entscheidende Phase des Spiels – und nicht um Chips-Essen auf dem Fauteuil (ja, manche Vokabeln müssen selbst wir im Duden nachschlagen).
– Wie haben Christoph Hamm und Markus Baur kommentiert? Biathlon-Spezi Hamm beobachtete die deutschen Torhüter beim „Erwärmen“. Das kennt man sonst nur vom Klima, es kommt aber auch beim Handball vor. Baur wusste von Anfang an, dass wir eine Siegchance haben. Denn „die Franzosen spielen mit dem gleichen Ball“ – was Sportarten wie Handball gleich viel interessanter macht. Die beiden sind keine Temperamentsbolzen, sie gingen aber auch mal aus dem Sattel – vor allem, wenn der Wolff-Fuß dran war. Dass Hamm in der Crunchtime verwirrt die 41. mit der 51. Spielminute verwechselte („Oh, 19 Minuten haben wir noch“), war zwar Fromage, aber auch kein Grund, das ZDF-Duo auf eine Strafrunde zu schicken.
JÖRG HEINRICH