Wenn Peking nicht mehr zählt

von Redaktion

Alle drei WMs im Eiskanal finden heuer zeitgleich statt – die Olympia-Bilanz ist Ansporn, aber nicht erklärtes Ziel

München – Thomas Schwab ist ab sofort im Terminstress. Denn tatsächlich überschneiden sich am kommenden Wochenende die Weltmeisterschaften der Rodler mit denen in Bob und Skeleton. Für den Sportdirektor des deutschen Verbandes BSD heißt das: Die Augen richten sich nach Oberhof und St. Moritz, und zwar mit weniger hohen Ansprüche als im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen. „Diese Performance können wir nicht noch einmal abbilden“, sagte der 60-Jährige unserer Zeitung mit Blick auf die historische Medaillensammlung aus Peking. Dort hatte das deutsche Team im Eiskanal neun von zehn möglichen Goldmedaillen geholt. Heuer gilt für Schwab: „Ein Mal Edelmetall pro Disziplin wäre für uns ein Erfolg.“

Wer startet wann?

Bereits an diesem Donnerstag eröffnen die Skeletonis die WM auf der einzigen Natureisbahn der Welt in St. Moritz. Während die ersten Medaillen nach vier Läufen am Freitag vergeben werden, starten die Monobobs der Frauen sowie der Zweier der Männer Samstag und Sonntag. Am zweiten WM-Wochenende (3. bis 5. Februar) stehen der Zweier der Frauen sowie der Vierer der Männer an. Bei der 51. Rodel-WM in Oberhof findet hingegen alles binnen drei Tagen statt: Sprints am Freitag, beide Doppelsitzer sowie Einer der Damen am Samstag, Einsitzer der Herren und Teamstaffel am Sonntag.

Holt Felix Loch seinen 7. WM-Titel?

Die Chancen stehen gut. Der Rekordweltmeister peilt beim ersten Heimspiel der Saison „eine Medaille“ an, hat aber durchaus die Form zum Sieg. Dass er in dieser Saison erstmals ohne seinen Vertrauten Georg Hackl auskommen muss, der seit dem Sommer die Österreicher coacht, ist auf der Bahn kaum zu merken. Daneben ist das Verhältnis laut Hackl zwar „leider distanziert“, Loch aber weint dem Coach nicht nach: „Jede Veränderung hat etwas Gutes.“ Im Einzel der Damen ist Dajana Eitberger bestens drauf, die deutschen Doppelsitzer gehören traditionell zu den Favoriten.

Wird Francesco Friedrich fit?

Der Bob-Olympiasieger befindet sich nach einem Muskelfaserriss in einem Wettlauf gegen die Zeit. Auch in den Trainings von St. Moritz startete Friedrich noch dosiert – Dauer-Herausforderer Johannes Lochner wittert seine Chance. Der Berchtesgadener musste bei den letzten sechs Großereignissen dabei zusehen, wie Friedrich das „Double“ gewann. Bei den Frauen jagt das BSD-Team um Olympiasiegerin Laura Nolte die US-Amerikanerin Kaillie Humphries.

Und was ist mit Skeleton?

Die dritte Sportart im Eiskanal ist längst nicht mehr die kleine Schwester – vielmehr starten die Deutschen auch hier als Mitfavoriten. Allen voran Rekordweltmeisterin Tina Hermann und Olympiasiegerin Hannah Neise greifen nach Medaillen. Christopher Grotheer und Axel Jungk haben mit Gold und Silber in Peking bewiesen, was sie draufhaben. H.RAIF

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