München – Der Ausflug von Serge Gnabry (27) nach Paris sorgt auch eine Woche nach der Fashion Week noch für Wirbel. Nach Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45), der den Kurztrip als amateurhaft bezeichnete, legte am Rande des 1:1-Remis gegen Eintracht Frankfurt auch Vorstandschef Oliver Kahn (53) nach – und ließ Gnabry wissen, wie er Diskussionen um seine Person verstummen lassen hätte können.
„Wenn ich weiß, dass es kein optimaler Zeitpunkt ist, dann muss ich auf den Platz gehen, drei Tore schießen und der beste Mann sein – das wäre dann meine Antwort auf so ein Thema.“ Problem: Nach seinem schwachen Auftritt im Anschluss an seine Reise in die französische Hauptstadt gegen den 1. FC Köln blieb dem Nationalspieler nur die Bank. Kingsley Coman (26) erhielt den Vorzug, Gnabry wurde erst in der 70. Minute eingewechselt.
Harsche Kritik mussten die Bayern für ihr Verhalten im Fall Gnabry von Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme (31) einstecken. Sie schimpfte über den Umgang der Münchner Führungsetage mit dem Offensivspieler. Vor allem Salihamidzic bekam sein Fett weg: „Ich finde es grundsätzlich eine absolut unsanfte Art, so etwas zu kommunizieren. Wenn mein Sportdirektor das gesagt hätte, wäre ich sofort in die Konfrontation gegangen, weil so etwas sagt man nicht nach außen.“ Der Konter von Kahn, der die Angelegenheit komplett anders sieht, folgte prompt: „Wir haben im deutschen Fußball eine der schwersten Situationen, die es je gab. Wir haben eine katastrophale WM gespielt. Wir haben den Spielern genug Urlaub gegeben, um erholt zurückzukommen. Jetzt erwarten wir Leistung, wir fordern diese Leistung ein. Hasan hat das gegenüber Serge deutlich zum Ausdruck gebracht.“
Der Titan sei „überzeugt“, dass Gnabry die Sicht der Club-Verantwortlichen verstanden hat und bald wieder Leistung bringen werde. Derweil berichtete Nagelsmann von seinem Gespräch mit Gnabry als „nicht dramatisch. Ich habe ihn auch nicht ins Eck gestellt. Da geht es um sportliche Dinge. Ich habe ihm meine Sicht der Dinge erklärt, was die Paris-Reise angeht. Mir geht es viel um Wirkung – nicht um Bestrafung.“ bok, hlr