Djokovic weint: „Mein wahrscheinlich größter Sieg“

von Redaktion

Der Serbe gewinnt zum zehnten Mal die Australian Open und schließt mit seinem 22. Major-Erfolg zu Nadal auf

Melbourne – Novak Djokovic kletterte in seine Box, brach dann dort von seinen Emotionen überwältigt zusammen, weinte auf dem Boden liegend vor Glück: Der serbische Tennis-Star ist ein Jahr nach seiner demütigenden Ausweisung mit einer Meisterleistung zurück auf den Thron der Australian Open gestürmt. Der 35-Jährige bezwang im Finale des Grand-Slam-Turniers von Melbourne nach zwei Wochen voller Turbulenzen den elf Jahre jüngeren Griechen Stefanos Tsitsipas triumphal mit 6:3, 7:6 (7:4), 7:6 (7:5).

Djokovic verschaffte sich große Genugtuung und schrieb mit seinem zehnten Sieg Down Under einmal mehr Geschichte. Der Ausnahmekönner schloss mit seinem 22. Major-Triumph zu Rafael Nadal auf, der bislang alleiniger Rekordchampion war. „Dieses Turnier war eine der größten Herausforderungen in meinem Leben, wenn man die Umstände bedenkt. Letztes Jahr nicht hier gewesen zu sein, jetzt zurückzukommen“, sagte Djokovic, der um 23.05 Uhr Ortszeit mit einer 22 auf seiner Jacke den Norman Brookes Challenge Cup in die Höhe stemmte: „Es ist mein wahrscheinlich größter Sieg.“ Zurück auf Platz 1 der Weltrangliste

Djokovic springt nun zurück an die Spitze der Weltrangliste und löst Carlos Alcaraz ab, der verletzt gefehlt hatte. Der Serbe geht in seine 374. Woche als Nummer eins der Welt.

Tsitsipas verpasste auch in seinem zweiten Finale den ersten Grand-Slam-Titel überhaupt für Griechenland. Schon 2021 in Paris hatte er gegen Djokovic verloren. „Er ist der Größte, der je einen Tennisschläger in der Hand gehalten hat“, sagte Tsitsipas: „Du machst auch mich besser“, sagte Tsitsipas nach dem Finale in der Rod Laver Arena.

Djokovic bescherte der Triumph in Melbourne ein befreiendes Glücksgefühl. Der erste Jahres-Höhepunkt im Tennis-Kalender war in diesem Jahr von Beginn an mit enormen Unruhen rund um ihn verbunden. Den Star aus Belgrad bewegte zunächst die Rückkehr nach Australien, dann diskutierte die Tennis-Welt über seinen angeschlagenen Oberschenkel, der im Finale nicht mehr bandagiert war. Und zuletzt ließ sich auch noch sein Vater Srdjan von pro-russischen Personen für Bilder „missbrauchen“, wie Djokovic es ausdrückte.

Zum großen Finale hätte Djokovic Senior in die Box zurückkehren können, der Platz neben seiner Frau Dijana Djokovic blieb aber leer. Die Fans des Serben sahen einen enorm starken Start des Favoriten, der Tsitsipas mit seinen Returns schwer unter Druck setzte und das frühe Break zum 3:1 schaffte. In seinen eigenen Aufschlagspielen war Djokovic, der sein 33. Majorfinale bestritt, mit großer Variabilität und Präzision im ersten Satz unantastbar. Im zweiten Durchgang schraubte Tsitsipas die Quote seines ersten Aufschlags hoch und fand mit starkem Winkelspiel immer häufiger Lösungen gegen Djokovic, der beim Stand von 4:5 einen Satzball abwehrte. Im nervös geführten Tiebreak leistete sich der „Djoker“ dann weniger Fehler.

Tsitsipas versuchte, sich im dritten Satz noch einmal neu einzustellen und anzugreifen. Doch er konnte den wild entschlossenen Djokovic nicht mehr stoppen.  sid

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