Weltmeister Lochner hat sein Happy End

von Redaktion

BOB Zweier-Gold vor Dominator Friedrich

St. Moritz/München – Mama und Papa Lochner waren nicht in St. Moritz, leider. Weil Hans Lochner sich in der vergangenen Woche beim Skifahren das Bein gebrochen hat, mussten die größten Fans die Bob-WM daheim in Schönau vor dem Fernseher verfolgen. Aber die Last, die da von ihrem Sohnemann abfiel, war auch aus rund 320 Kilometer Entfernung zu spüren. Die Stichworte „endlich“ und „saugeil“ reichten, um den so lange so ersehnten ersten WM-Titel im Zweierbob zu kommentieren. In seiner womöglich letzten Saison stand der 32-Jährige gestern Nachmittag da, wo er hingehört.

„Das war das letzte Ding auf der To-do-Liste in diesem Sport. Wie oft ich Zweiter wurde, das wurmt einen“, sagte Lochner, der nach vier Läufen im Zielraum von Francesco Friedrich in Empfang genommen wurde. 0,49 Sekunden schneller als der geschlagene Dominator war der Berchtesgadener am Ende, Friedrich gab zu: „Hansi ist diese Saison das Nonplusultra. Der Sieg ist verdient.“ Nach sieben WM-Siegen im Zweier gab sich der Olympiasieger als fairer Verlierer, die Freude für den Kollegen war echt, aber: „Nächstes Wochenende geht’s weiter.“ Im Vierer will Friedrich, zuletzt von einem Muskelfaserriss gebremst, den Ton angeben.

Lochner hat da freilich was dagegen, der Triumph beflügelt. Zumal die WM auf der einzigen Natureisbahn der Welt wahrscheinlich seine letzte ist. Als „Zugabe“ bezeichnete er die Saison – und gab freudestrahlend zu: „Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte.“ Schon jetzt hat sich das Jahr „rentiert“ – finden auch Mama und Papa. H.RAIF

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