Bochum – Bei Borussia Dortmund ist die leidige Diskussion um fehlende Mentalität vorerst verstummt. Symbolisch für den neuen Teamgeist standen alle Fußball-Profis nach dem Schlusspfiff Arm in Arm vor der Fan-Tribüne und ließen sich für den hart erkämpften 2:1-Sieg im Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum feiern. Anders als zum Ende der ersten Saisonphase, als der auf Bundesliga-Rang sechs abgerutschte BVB bereits abgeschlagen schien, ist der Glaube an eine erfolgreiche Saison zurück. „Wir sind zum richtigen Zeitpunkt in Fahrt gekommen“, meinte Sebastian Kehl. Kämpferisch fügte der Dortmunder Sportdirektor hinzu: „Wir sind noch in allen Wettbewerben, mit uns ist zu rechnen.“
Der Frust beim Blick auf die Tabelle während der langen Winterpause hat sich in positive Energie verwandelt. Begünstigt durch die Rückkehr zahlreicher zuvor angeschlagener Profis legt der BVB seither mehr Wert auf Kampf als auf Kunst. Bei den Siegen über Augsburg (4:3), Mainz (2:1), Leverkusen (2:0) und in Bochum zahlte sich dies aus. Nur beim 5:1 über Freiburg spielte das Team phasenweise groß auf. Torhüter Gregor Kobel sagte nach dem Pokalerfolg in Bochum: „Man sieht, wir stehen als Team auf dem Feld. Es war kein Sieg mit Zauber, aber dafür ein Sieg mit viel Herz und Kampf.“
Selbst Störfaktoren wie ein leidenschaftlich kämpfender Gegner, eine hitzige Atmosphäre, ein holpriger Rasen und eine fragwürdige Elfmeterentscheidung des Schiedsrichters bringen den BVB – anders als in der Vergangenheit – derzeit nicht vom Kurs ab. Die Treffer für den BVB erzielten Emre Can (45.+1) per Distanzschuss und Marco Reus (70.), für Bochum hatte Stöger (64., Handelfmeter) getroffen. „Wir haben uns heute gegen alle Widerstände gewehrt und den Kampf angenommen“, befand BVB-Trainer Edin Terzic in der Hoffnung, dass sein Team im kommenden Bundesliga-Spiel am Samstag bei Werder Bremen und am kommenden Mittwoch im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Chelsea (21.00 Uhr) ähnliche Tugenden abruft. dpa