Paris? „Im Kollektiv stoppen“

von Redaktion

Monacos Camara über das Rezept gegen PSG, Tipps von Nübel und die Hürde Leverkusen

München – Mohamed Camara (23) zählt zu den spannendsten Sechsern im Fußball-Geschäft. Vergangenen Sommer wechselte der Nationalspieler aus Mali von Salzburg nach Monaco. Im Interview verrät er unter anderem, wie man Neymar, Lionel Messi und Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain stoppen kann.

Herr Camara, Sie haben viereinhalb Jahre lang in Österreich gespielt. Was ist Ihr deutscher Lieblingssatz?

Gemma, gemma! (lacht).

Ein gutes Stichwort, legen wir los: Die Bayern-Fans haben Sie gut in Erinnerung. In der letzten Saison waren Sie im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League mit Ihrem ehemaligen Club Red Bull Salzburg „Man of the Match“.

An dieses Spiel erinnere ich mich sehr gerne zurück. Es war außergewöhnlich. Bayern München ist einer der größten Clubs der Welt. Red Bull Salzburg stand zum erstem Mal in der Geschichte im Achtelfinale der Champions League. Es war kein einfaches Spiel. Unser Trainer hat sehr hart gearbeitet, um uns bestmöglich vorzubereiten und ein gutes Ergebnis erzielen. Auch ich habe die ganze Mannschaft vor der Partie gepusht. Im Hinspiel haben wir sehr gut gespielt. Obwohl wir nicht gewonnen haben, war das Unentschieden ein gutes Ergebnis für uns. Und die Auszeichnung zum „Man of the Match“ war ein sehr emotionaler Moment.

Im Sommer sind Sie von Salzburg nach Monaco gewechselt. Sie wurden auf Anhieb zum Führungsspieler. Wie haben Sie sich so schnell integriert?

Es war nicht leicht für mich, Salzburg nach etwas mehr als vier Jahren zu verlassen und den nächsten Schritt zu machen. Beim AS Monaco wollte ich alles geben, um in bestmöglicher Verfassung loszulegen. Der Verein war eine große Hilfe für mich. Dafür – und für die herzliche Aufnahme – möchte ich mich beim ganzen Verein bedanken.

Auf dem Spielfeld sind Sie der verlängerte Arm von Coach Philippe Clement. Wie wichtig ist der Trainer für Sie?

Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zum Trainer. Er ist jemand, der viel mit den Spielern spricht, vor allem mit mir, auch während des Spiels. Er gibt mir Ratschläge für die ganze Mannschaft, und ich leite sie dann an meine Mitspieler weiter. Er überträgt mir viel Verantwortung – und das gefällt mir.

Mit 23 Jahren sind Sie reif, ruhig und selbstbewusst. Woher kommt Ihre mentale Stärke?

Das Leben ist nicht immer einfach. Um Erfolg zu haben, muss man mental stark sein. Ich habe viel gesehen und durchgemacht. Deshalb bin ich stark. Man kann ein sehr guter Fußballer sein, aber die Mentalität unterscheidet die Guten von den Großen.

Einerseits können Sie das Spiel des Gegners zerstören, andererseits können Sie aber auch das Spiel der eigenen Mannschaft gestalten. Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Mein Stil in der malischen Auswahl ist Box-to-Box. Aber hier bei AS Monaco spiele ich anders. Ich muss mich anpassen und auf den Trainer hören. Ein großer Teil des Spiels ist defensiv. Bevor man angreifen kann, muss man erst einmal verteidigen.

Wer ist Ihr Vorbild?

N’Golo Kanté ist eines meiner Vorbilder. Ich liebe ihn. Einige Jungs haben mich schon N’Golo genannt. Ich glaube, das liegt daran, dass ich nie müde bin wie N’Golo. Wir können immer eine Schippe drauflegen und die Extra-Meile gehen. Ich möchte weiterhin hart arbeiten, um ihm ähnlicher zu werden.

In den letzten Wochen gab es Diskussionen über eine Rückkehr von Torhüter Alexander Nübel zum FC Bayern. Sind Sie froh, dass er in Monaco bleibt?

Ja, darüber bin ich sehr glücklich. Am Anfang hat er mir in Monaco sehr geholfen. Er war ja schon vor mir da und konnte mir auf Deutsch Tipps geben. Alexander ist aber nicht nur für mich wichtig, sondern für die gesamte Mannschaft. Während des Spiels hilft er uns mit vielen guten Paraden. Deshalb sind wir sehr froh, dass er bleibt.

Und Ihr bayerischer Teamkollege, Kevin Volland?

Kevin ist etwas Besonderes für mich. Er ist sehr nett, lustig und er hat mir auch in Monaco sehr geholfen. Wir haben ein wirklich gutes Verhältnis.

Monaco spielt demnächst in der Europa League gegen Vollands ehemaligen Verein Leverkusen.

Wir denken bereits daran. Es ist ein sehr wichtiges Spiel gegen ein großes Team in einer der besten Ligen der Welt. Wir wollen uns so gut vorbereiten, wie wir können. Wir möchten so weit wie möglich kommen.

Kurz davor werden Sie gegen PSG spielen. In München fragen sich die Fans vor dem Bayern-Spiel gegen PSG: Wie kann man Neymar, Messi und Mbappé stoppen?

Das kann nicht nur ein einziger Mann schaffen. Die Lösung ist, sie im Kollektiv zu stoppen. Im ersten Ligaspiel gegen sie haben wir eine gute Leistung gezeigt, auch wenn wir „nur“ Unentschieden gespielt haben. Wir werden alles tun, um das Rückspiel gegen sie zu gewinnen.

Interview: Philipp Kessler

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