München – Okay, zum kleinen Familienurlaub hat es für Patrick Hager in der Länderspiel-Auszeit der Deutschen Eishockey Liga nicht gereicht. Der Kapitän des EHC Red Bull München hat zwei schulpflichtige Kinder. Doch auch Ausspannen daheim tat gut nach dem „straffen Programm“ mit zwölf Spielen seit Jahresbeginn.
Und in etwa so geht es nun ja auch weiter. Neun Mal muss man bis zum Hauptrundenfinale am 3. März noch ran. Teil eins am Sonntag (15.15 Uhr), wenn die Kölner Haie im Olympia-Eisstadion vorbeischauen. Die Rheinländer waren Hagers letzter Arbeitgeber gewesen. So weckt das Treffen leise Erinnerungen. Nicht alle waren gut, am Ende hatte man ihn vorzeitig aus dem Verein verabschiedet. Doch ein Groll ist nicht geblieben. „Es gab ein paar Leute, die in meinen Augen nicht immer das Beste für die Haie wollten“, sagte Hager, „aber das ist lange her und diese Namen sind alle nicht mehr da.“
Und immerhin hat die Sache ihm die Türe nach München geöffnet. Mit den Red Bulls ist er 2018 direkt Deutscher Meister geworden. Danach schrammte man ein paar mal knapp an der Trophäe vorbei – die Sehnsucht nach dem nächsten Coup hat das nicht kleiner werden lassen. Vielleicht ist auch sie ein Grund für die bislang so grandiose Saison, wie Hager mutmaßt. In bislang 47 absolvierten Spielen beherrschten die Münchner die Liga wie nicht viele Teams zuvor.
Und vielleicht ist es fürs große Ganze gar nicht so schlecht, dass man sich kürzlich selbst demonstrierte, dass auch die längsten Siegesserien ganz schnell zum Muster ohne Wert werden können. Drei Spiele in Folge ließen die Münchner liegen. „Das zeigt einfach, wie stark die Liga ist“, sagte Hager, „wenn mal in einem Spiel ein paar Prozent fehlen, dann reicht es manchmal schon nicht mehr. Gerade jetzt, wenn es für viele Mannschaften schon um alles geht.“
Aber sie haben die Kurve schnell gekriegt. Und dass das so ist, hat sicher auch mit Patrick Hager zu tun. Nicht nur, weil er auf dem Eis produktiv ist wie selten zuvor in seiner Karriere – mit 13 Toren ist er immerhin der viertbeste Münchner. Bedingt natürlich auch durch den Umstand, dass er eine größere Rolle im System von Trainer Don Jackson einnimmt, der ihn vermehrt auch im Überzahlspiel ranlässt. Aber dieser Patrick Hager ist auch der unbestrittene Münchner Anführer. Ein Mann, der den Laden zusammenhält. Auf dem Eis und natürlich auch in der Kabine.
Und das würde der 34-Jährige nur zu gerne auch noch über diese Saison hinaus bleiben. Auf der anderen Seite des Olympia-Parks nimmt der SAP-Garden, das neue Edel-Domizil des Clubs, immer weiter Gestalt an. Wenn alles normal läuft, wird der EHC im kommenden Frühjahr in der Multifunktionsarena einziehen. „Natürlich ist das ein großes Ziel. Da wäre ich wahnsinnig gerne dabei“, sagte Patrick Hager, „ein Grund mehr, sich fit zu halten.“
Und auch ein paar Tage Auszeit wie zu Beginn dieser Woche können da nicht schaden. PATRICK REICHELT