Football-Hype: Unterhaltung? Garantiert!

von Redaktion

KOMMENTAR

NICO-MARIUS SCHMITZ

Ole Werner wird am Wochenende viel zu tun haben. Der Trainer von Werder Bremen drohte (spaßeshalber) an, bei jedem seiner Spieler an die Türe zu klopfen, um zu schauen, ob sie denn auch schlafen – und nicht den Super Bowl schauen. Das mit Abstand größte Einzelsportevent steht mal wieder an. 800 Millionen Menschen schauen weltweit zu, wie der Ball vom Quarterback über 40 Meter passgenau zum Empfänger geworfen wird – oder ein 200-Kilogramm schwerer Verteidiger für die nächste Kollision sorgt. Wachbleiben für den Super Bowl? Das lohnt sich!

Es ist kein Zufall, dass sich auch in Deutschland rund zwei Millionen Menschen die Nacht um die Ohren schlagen werden, um das Spektakel zu verfolgen. In wohl keiner Sportart kann man so viele verschiedene Körpertypen, die auf höchstem Niveau agieren, bewundern. Und manche bleiben auch einfach nur für die Halftime Show wach, in der Jahr für Jahr die größten Stars ein Feuerwerk abbrennen. Football ist eben ein Event, Show und Sport wird hier kombiniert. Wer schon über die Gehälter von Fußballern den Kopf schüttelt, wird beim Football den Glauben verlieren. Patrick Mahomes etwa verdient über zehn Jahre eine halbe Milliarde Dollar. Keine Liga macht annähernd so viel Umsatz wie National Football League. Die NFL ist eine Vermarktungsmaschinerie, die um jeden Preis wachsen möchte und deshalb auch nach Deutschland expandiert. Der NFL-Zirkus ist bunt und unterhält wunderbar. Auch München verwandelte sich letztes Jahr für ein Wochenende in eine Football-Hochburg.

Mit allen Mitteln möchte der Sport in den Mainstream drängen. Wem die NFL zu viel Show ist? Kein Problem. Einfach in München bei den traditionsreichen Cowboys oder Rangers vorbeischauen. Oder bei den neu gegründeten Ravens. Alles eine Nummer kleiner. Aber: Unterhaltung garantiert!

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