Münchens Magie als Vorbild

von Redaktion

Die NFL gastiert 2023 in Frankfurt – wird die Premiere zu toppen sein?

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

München – In den Katakomben der Münchner Allianz-Arena konnte es Tom Brady noch nicht richtig fassen. Der Superstar, der über 20 Jahre die NFL dominierte und sieben Mal den Super Bowl gewann, freute sich wie ein kleines Kind. So was, sagte Brady wenige Minuten später, habe er in seiner ganzen Karriere noch nicht erlebt.

Zuvor hatten die Tampa Bay Buccanneers um Tom Brady 21:16 gegen die Seattle Seahawks gewonnen. Es war das erste reguläre Saisonspiel der NFL in Deutschland vergangenen November. Ein perfekter Auftakt, da waren sich Fans, Spieler, Journalisten und Verantwortliche einig. Brady fand die Stimmung in der Allianz-Arena sogar „elektrisierend“. Alexander Steinforth, Geschäftsführer der NFL Deutschland, muss nicht lange überlegen, als unsere Zeitung ihn nach einer Schulnote für das München-Wochenende fragt. „Das war eine eins plus mit Sternchen. Es gab so viele positive Reaktionen der Fans und der Gäste, die weltweit nach München gereist sind. Das war ein super Startschuss für unsere Deutschland-Spiele.“

Dieses Jahr finden hierzulande gleich zwei Partien statt, da das Atztekenstadion in Mexiko renoviert wird. Die New England Patriots und Kansas City Chiefs stehen als Teams bereits fest. Die Partien in Frankfurt finden am 12. und 19. November in Frankfurt statt. Für den 12. November gab es auch eine konkrete Anfrage an die Stadt München, letztendlich bekam Frankfurt jedoch den Zuschlag für beide Spiele. Die wahnsinnige Logistik, die hinter so einem NFL-Wochenende steckt, ist natürlich einfacher zu bewältigen, wenn beide Partien an einem Standort stattfinden. Der NFL-Journalist Peter King schreibt in seiner NBC-Kolumne zudem, dass die größte Sportliga der Welt die Stadt Frankfurt als „enthusiastischeren Markt als München“ betrachtet.

Noch enthusiastischer als das Football-Party-Wochenende in München? Steinforth sagt über den doppelten NFL-Besuch in Deutschland 2023: „Das wäre auch alles nicht möglich gewesen, wenn München nicht so gut funktioniert hätte.“ Das Wochenende in der bayerischen Landeshauptstadt war perfekt organisiert, die Stimmung in der Stadt und dem Stadion großartig. Die Botschaft: NFL und Deutschland, das passt! „Die Stimmung im Stadion war sensationell und nicht nur die Fans waren begeistert, sondern auch die Spieler. Und die ausgelassene und fröhliche Atmosphäre war in der ganzen Stadt zu spüren“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter unserer Zeitung. Diese Eindrücke müssen von Frankfurt erst einmal getoppt werden. „Wir haben eine super Erfahrung in München gemacht, wissen, dass es dort funktioniert, und freuen uns, jederzeit zurückzukommen. Genauso freuen wir uns auch über Frankfurt mit einer sehr starken Football-Historie“, sagt Steinforth.

Die Nachfrage ist jedenfalls wieder riesig. Die Zahl der Registrierungen auf der Ticket-Seite liegen jetzt schon im sechsstelligen Bereich. Nach internen Erhebungen der NFL gibt es in Deutschland 16,9 Millionen Menschen, die an Football interessiert sind. Drei Millionen Fans verfolgen die Liga aktiv. Und natürlich gilt es, das weiter auszubauen. Die NFL will wachsen, wachsen, wachsen. Beim Flag Football Programm (eine kontaktfreie Variante), das an über hundert Schulen in Deutschland installiert wurde, sieht Steinforth bereits jetzt einen „Durchschlag“. Und auch der Wechsel von Pro Sieben zu RTL als übertragender Sender soll für noch mal mehr Reichweite sorgen.

„Es wird mehr als jemals zuvor auch in der Breite geben.“, sagt Steinforth: „Uns ging es darum, diese vielen bunten Geschichten der NFL auch in der Breite zu zeigen – auch im Kinderprogramm oder in den Nachrichten beispielsweise.“

2024 werden die NFL-Stars dann wieder in der Allianz-Arena zu sehen sein. München ist bereit!

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