Es wäre ja schon eine gute Geschichte gewesen – und damals, als das Los gezogen wurde, hatte sie sich Lucas Hernandez wie folgt ausgemalt: Sein 27. Geburtstag in der Heimat, Valentinstag in der Stadt der Liebe, ein großes Spiel gegen den größten Club seines Geburtslandes. Die Realität sah da gestern anders aus. Seinen Ehrentag verbrachte der Verteidiger des FC Bayern weit weg von seinen Teamkollegen – und von einer Rückkehr auf den Platz ist er mindestens genauso weit entfernt. So ein Kreuzbandriss zieht sich, die Reha ist zäh. Hernandez, der sich Mitte November bei der WM in Katar schwer verletzte und im Anschluss sogar an ein Karriereende dachte, braucht noch Geduld bis zum Start in die kommende Saison. Das fällt gleich doppelt schwer, wenn die großen Spiele in der heißen Phase anstehen. Zumal Hernandez seit seinem Wechsel im Jahr 2019 permanent von Verletzungen gebeutelt ist. Innenband im Knie, Knöchelverletzung, Meniskus-Einriss, Muskelbündelriss: Der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte kam lange schwer in Tritt und spielte auch beim Gewinn der Königsklasse 2020 eher eine Nebenrolle. Als der die Auslosung vor exakt 100 Tagen im Herbst mit den Worten „ich bin schon in freudiger Erwartung auf diese zwei Spiele“ kommentierte, hatte er sich eine andere Szenerie als die des Statisten auf dem Sofa ausgemalt. Der Geburtstag war da gestern ein schwacher Trost. Immerhin brachte er Hoffnung auf ein neues Lebensjahr ohne Sorgen – und voller Gesundheit. hlr