Nächster FIFA-Fauxpas: Club-WM geht nach Saudi-Arabien

von Redaktion

Zürich – Die Club-Weltmeisterschaft 2023 findet in Saudi-Arabien statt. Das gab der Fußball-Weltverband FIFA nach einer Council-Sitzung am Dienstag bekannt. Ein Jahr nach der WM in Katar darf damit das nächste Land am Persischen Golf vom 12. bis 22. Dezember ein größeres Fußball-Event austragen. Die Entscheidung fiel einstimmig aus. Das Turnier findet dann noch im aktuellen Format mit sieben Clubs inklusive des europäischen Champions-League-Gewinners statt. Saudi-Arabien positioniert sich seit Jahren als Ausrichter großer Sportveranstaltungen. Seit diesem Jahr spielt der fünfmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo in der saudischen Liga, das Land bringt sich zudem für 2030 als WM-Gastgeber in Position. Wie sein Nachbarland Katar steht auch Saudi-Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist seit Jahren kompliziert und von Rivalität geprägt.

Ab 2025 gilt die bereits beschlossene und viel kritisierte Aufstockung der Club-WM auf 32 Mannschaften. Das Teilnehmerfeld soll sich wie folgt zusammensetzen: Europa erhält zwölf Startplätze, Südamerika sechs, Asien, Afrika und der Zusammenschluss aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik jeweils vier, Ozeanien einen. Zudem ist das Gastgeberland fest dabei. Wer Ausrichter der Premiere ist, steht noch nicht fest. Das Turnier soll im Juni/Juli 2025 stattfinden.

Zudem hat die FIFA für den vergangenen Finanzzyklus inklusive der umstrittenen WM in Katar Rekordzahlen in Milliardenhöhe vermeldet. Die Einnahmen betrugen von 2019 bis 2022 insgesamt 7,568 Milliarden US-Dollar (7,079 Milliarden Euro) und stiegen damit um mehr als eine Milliarde im Vergleich zum vorigen Zeitraum.

Alleine im WM-Jahr lagen die Einnahmen bei 5,769 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil machten die Verkäufe von TV-Rechten aus. Der operative Gewinn stieg von 2019 bis 2022 auf knapp eine Milliarde (945 Millionen), alleine auf das WM-Jahr entfielen 2,359 Milliarden. FIFA-Präsident Gianni Infantino nannte die Zahlen „extrem gut“.

Auch die Reserven des Weltverbands liegen auf einem Rekordniveau und sind mit 3,971 Milliarden um 45 Prozent höher als nach dem Jahr der WM 2018 in Russland. Für den kommenden WM-Zyklus von 2023 bis 2026 rechnet die FIFA mit Einnahmen in Höhe von insgesamt elf Milliarden US-Dollar.

Die FIFA schüttete von 2019 bis 2022 gut eine Milliarde US-Dollar an ihre Mitgliedsverbände aus. An den DFB gingen 5,15 von möglichen sechs Millionen. Von 2023 bis 2026 soll die Summe für jeden Verband auf acht Millionen steigen. Der Finanzbericht gibt auch Auskunft über die Entlohnung des Spitzenpersonals: FIFA-Präsident Infantino wird im kommenden Jahr 3,6 Millionen Euro erhalten.  sid, dpa

Artikel 7 von 11