Vorteil Bayern dank Coman

von Redaktion

Kurs aufs Viertelfinale: Treffer des PSG-Spezialisten reicht zum Sieg in Paris

VON JOSÈ CARLOS MENZEL LÒPEZ UND MANUEL BONKE

Paris – Ein König ist größer als jeder Prinz. Und so war es nach 90 Minuten im Pariser Prinzenpark auch kein Wunder, dass am Ende – wieder einmal – der „King“ Coman jubelte. Wie bereits im Champions-League-Finale 2020 war es einmal mehr der bei Paris Saint-Germain ausgebildete Kingsley Coman, der seinen Landsleuten mit einem Tor das Fürchten lehrte und entscheidend am 1:0 (0:0)-Sieg des FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel in der Stadt der Liebe beteiligt war. Vorteil Bayern.

Die Partie im Pariser Prinzenpark war so seine, die bereits vor Anpfiff für Spannung sorgte. Der Grund: die Aufstellungsbögen. Und eine Stunde bevor das Leder im 16. Arrondissement rollte, war schließlich klar: Von den drei Musketieren standen nur zwei in der Startelf. Neymar und der jüngst angeschlagene Lionel Messi begannen, der ebenfalls lädierte Kylian Mbappé nahm zunächst auf der Bank Platz. So in etwa hatte es Nagelsmann bereits vor Wochen vorausgesagt. Dasselbe Schicksal wie Mbappé ereilte übrigens auch Thomas Müller, in seinem Fall jedoch ausschließlich aus sportlichen Gründen.

Nach Anpfiff machte sich jedoch rasch Ernüchterung breit. Denn so prunkvoll die Partie auf dem Papier anmutete, so schleppend kam sie in Fahrt. Die Münchner formierten in einer Dreierkette und nahmen das Leder prompt in Beschlag, ließen jedoch gegen die stets gut positionierte Hintermannschaft die letzte Kreativität missen. Zwei Abschlüsse des Ex-Parisers Eric Maxim Coupo-Moting (1. Minute, 31.) sowie ein von Gianluigi Donnarumma stark parierter Distanzschuss von Joshua Kimmich (44.) waren so ziemlich alles, was die Münchner in Hälfte eins zustandebekamen. Und PSG? Konzentrierte sich aufs schnelle Umschaltspiel, einen Torschuss fabrizierte der französische Meister dabei aber nicht. Es lag Respekt in der Luft. Und ein Hauch von Angst. Angst davor, als Erster in Rückstand zu geraten.

An Bayerns Matchplan änderte das jedoch nichts, mit Alphonso Davies statt Joao Cancelo ging es die zweite Hälfte und es dauerte keine acht Minuten, bis der Kanadier seinem Trainer recht gab. Von der linken Seite hob der 22-Jährige eine Flanke an den zweiten Pfosten, wo das Pariser Schreckgespenst namens Kingsley Coman wartete, um den – nur bedingt gut aussehenden – Donnarumma mittels eines trockenen, flachen Innenristvolleys zu überwinden (53.). Schon wieder Coman. Der Henkelpott-Held, diesmal wurde er zum King vom Prinzenpark.

Bei PSG musste es jetzt flott gehen. Mbappé kam. Doch es spielte zunächst nur der FC Bayern. Choupo-Moting traf den Pfosten (63.). Pavard scheiterte aus sechs Metern an Donnarumma (64.). Der zweite Treffer lag in der Luft. Bis Mbappé plötzlich auf Angriff schaltete und seiner Mannschaft aus dem Nichts eine Dreifachchance bescherte, bei der Sommer im zum großen Retter wurde (74.). .). Als Mbappé acht Minuten tatsächlich traf, avancierte der VAR zum Retter. Vorlagengeber Nuno Mendes stand nämlich im Abseits. Und gewährte Bayern so einen Vorsprung durch Technik. Daran änderte auch eine Gelb-Rote Karte für Pavard nichts. Es blieb beim 1:0 für das Team von Julian Nagelsmann. Comans Tor hatte wieder etwas Schicksalhaftes.

Artikel 8 von 11