Köln – Als Pele im Dezember vergangenen Jahres starb und die gesamte Fußball-Welt ihrem „König“ huldigte, konnte Bobby Moore nicht mehr kondolieren: „Sein Freund“, wie der Größte aller Fußballer Moore einst bezeichnet hatte, war schon lange vor ihm gegangen. Bereits zum 30. Mal jährt sich am Freitag der Tag, an dem Englands bisher einziger Weltmeister-Kapitän mit 51 Jahren den kurzen, aber mutigen Kampf gegen den Darmkrebs verloren hatte.
Doch die Legende lebt: Der „beste Verteidiger, gegen den ich jemals gespielt habe“ – diesen Status hatte Pele ihm posthum verliehen – ist im Mutterland des Fußballs so präsent wie eh und je. Vor allem im traditionsreichen Londoner East End und bei „seinem“ Club West Ham United ist das Vermächtnis des 108-maligen Nationalspielers groß. Schulen, Wohnkomplexe, Parkplätze – etliche Einrichtungen tragen seinen Namen. Auf der Außenwand des London Stadiums, der heutigen Spielstätte der „Hammers“, prangt seine Silhouette, flankiert von jenem Pele-Zitat und dem des legendären West Ham- und England-Teammanagers Ron Greenwood, der Moore bescheinigte, „für die größten Momente gemacht zu sein“. Einer dieser Momente war es auch, der den blonden Jungen aus dem Londoner Stadtteil Barking so einzigartig macht. 1966, bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, schlugen die von ihm angeführten Three Lions in einem denkwürdigen Finale Deutschland mit 4:2 nach Verlängerung und krönten sich zum bisher einzigen Mal zum Weltmeister. Moore hatte zwei der Finaltreffer seines Club-Kollegen Geoff Hurst vorbereitet.
Von diesem Triumph und der Legende Moore zeugt auch eine bronzene Statue vor dem legendären Stadion, auf deren Inschrift zu lesen ist: „Imperialer Verteidiger. Unsterblicher Held von 1966. Nationales Heiligtum. Meister von Wembley. Herr des Spiels. Außerordentlicher Kapitän. Gentleman für ewig.“