Titelkampf? Interessiert Terzic nicht!

von Redaktion

Köln – Die Frage nach dem packenden Meisterschaftskampf rang Edin Terzic nur ein müdes Lächeln ab. „Das interessiert mich nicht“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund lapidar. Doch nach bemerkenswerten acht Pflichtspielsiegen in Serie hat der BVB derzeit die beste Form der sechs Titeljäger in der Fußball-Bundesliga. „Das“, betonte Terzic, „ist schön für die Fans.“

Beim Serienmeister Bayern München wird die Dortmunder Aufholjagd registriert. Vorstandschef Oliver Kahn sah sich unter der Woche genötigt, die Sinne zu schärfen: Schließlich liegt der Branchenprimus nur aufgrund der besseren Tordifferenz noch vor Dortmund und Union Berlin. „Obwohl sich darüber sicher viele freuen, wollen wir als FC Bayern so schnell wie möglich wieder für klare Verhältnisse sorgen“, kündigte Kahn vollmundig an. Beginnen will der deutsche Rekordmeister damit am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) im Topspiel gegen Union.

Ein ähnliches Gerangel an der Tabellenspitze gab es nach 21 Spieltagen zuletzt vor 53 Jahren. Auch damals war ein Trio punktgleich oben. Doch der Meister muss nicht automatisch aus München, Dortmund oder Berlin kommen – auch der SC Freiburg, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt mischen kräftig mit. „Es ist eng und es bleibt eng, ich gehe von einem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Ende aus“, sagte Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Zwischen Platz eins und sechs liegen gerade einmal fünf Punkte.

Umso bedeutender werden die direkten Duelle. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) erwartet Leipzig in einem Spiel zweier Champions-League-Teilnehmer Frankfurt. „Wir haben uns wieder eine Leichtigkeit erarbeitet, die wichtig werden kann“, sagte RB-Coach Marco Rose.

Letztlich dürften die Titelchancen der Herausforderer aber von den Bayern abhängen. „Dass wir die Qualität für große Titel haben, steht außer Frage. Dadurch, dass wir definitiv zu viele Punkte liegen gelassen haben, ist der Kampf um die Spitze im Moment sehr spannend“, sagte Kahn im kicker.

Doch wenn der Favorit weiter patzt, tut sich eine große Chance auf. Das ist auch Terzic vor dem Gastspiel bei der TSG Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bewusst.

Daher lasse er „die Dinge nicht einfach laufen“, so der BVB-Trainer. Er wolle immer daran erinnern, was sein Team in diese Position gebracht habe. Das sei richtig gute Trainingsarbeit gewesen, so Terzic, der sich eine kleine Kampfansage dann doch nicht verkneifen konnte: „Wir haben den Eindruck, dass die Jungs den Weg weitergehen wollen. Wir sind noch nicht am Ziel.“  sid

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