München – Der Unersättliche hat sich den nächsten Rekord für die Geschichtsbücher gekrallt – und Novak Djokovics Appetit ist damit noch lange nicht gestillt. „Man muss diesen Wettkampfgeist in sich haben, diese Unerbittlichkeit und mentale Einstellung eines Wolfes, der immer mehr will“, sagte der 35-Jährige, der auch an diesem Montag wieder die Nummer eins der Tennis-Welt war – damit lag er in seiner Karriere insgesamt schon 378 Wochen an der Spitze und toppt selbst Steffi Graf. Anders als die deutsche Tennis-Ikone eckt der Serbe allerdings immer wieder an und macht auch abseits des Platzes Schlagzeilen: So wie 2022, als der Mann aus Belgrad eine Corona-Impfung verweigerte und nicht zu den Australian Open reisen durfte. In diesem Jahr durfte er in Melbourne wieder ran – und holte prompt seinen zehnten Titel in Down Under. Durch seinen Finalsieg gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas (24), hatte der 22-malige Grand-Slam-Champion auch wieder die Nummer eins der Weltrangliste vom Spanier Carlos Alcaraz zurückerobert. Unsere Zeitung zeigt, welche Bestmarken Gigant Djokovic schon aufgestellt hat und was er noch erreichen kann:
Diese Rekorde hält Djokovic schon: Der serbische Dauerbrenner hat bis heute die meisten Grand-Slam-Finals (33) gespielt. Dazu kommen 38 Siege bei Masters-Turnieren. (Rafael Nadal: 36 Siege). Seine 378 Wochen als Nummer eins sind einsamer Rekord bei den Männern, Roger Federer schaffte „nur“ 310 Wochen. Mit zehn Australian Open-Siegen lässt er seine Konkurrenz alt aussehen. Nadal allerdings holte sich 14 Siege bei den French Open. Überragend: Mit einer Siegesquote von 83,5% ist der Serbe der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte (aktuell 1249 Spiele, 1043 Siege).
Diese Rekorde will er noch brechen: Das Kräftemessen mit Rafael Nadal, der ebenfalls 22 Grand-Slam-Triumphe aufweist, treibt Djokovic an. Mittlerweile steht er bei 93 ATP-Triumphen. Nur der Amerikaner Jimmy Connors liegt mit 109 Siegen vor ihm. Zum Vergleich: Bei den Damen hält Martina Navratilova (34 Jahre auf der Tour) den Rekord mit 177 Turniersiegen. Sollte Djokovic mit bisher 21 Karrierejahren weiterhin auf diesem Niveau spielen, könnte er innerhalb der nächsten Jahre immerhin in die Nähe Connors kommen.
So gut sind andere Sport-Riesen: Selbst Ikonen wie Golflegende Tiger Woods (281 Wochen Weltranglistenerster) hat Djokovic hinter sich gelassen. Andere Sport-Größen liegen aber noch vor ihm: Boxer Muhammad Ali wurde 1960 Olympiasieger und holte 18 Jahre später noch seinen letzten WM-Titel! Und Roy Jones Jr. galt zwischen 1989 und 2003 in vier verschiedenen Gewichtsklassen als unbesiegbar. Doch auch bei Djokovic scheint wenig unmöglich. LUKAS BUTZ