27 Minuten als Anti-Bewerbungsschreiben

von Redaktion

Sané, Gnabry und Mané nutzen Chance gegen Stuttgart nicht

Stuttgart – Diesen 8. März 2023 hat Sadio Mané seit exakt vier Monaten im Kopf. Ab dem Moment, in dem der Superstar des FC Bayern im Herbst einsehen musste, dass der Weg zurück auf den Platz nach seiner Verletzung am Wadenbeinköpfchen dauern würde, war das Rückspiel gegen Paris Saint-Germain sein Ziel. Nun, drei Tage vorher, wäre der 30-Jährige nach zwei Liga-Kurzeinsätzen theoretisch bereit. In der Praxis aber darf man bezweifeln, dass er am Mittwoch zur ersten Bayern-Elf gehören wird.

„Sadio ist körperlich bei 100 Prozent. Er hat in der Reha sehr gut gearbeitet“, sagte Julian Nagelsmann nach dem 2:1 in Stuttgart. Der Trainer aber wählte sicher nicht ganz unbewusst auch Worte, die eine Nicht-Berücksichtigung gegen PSG vorab erklärten. „Natürlich“ brauche Mané „etwas Rhythmus nach der langen Verletzung“. Vier Trainingseinheiten und insgesamt 52 Minuten Spielpraxis seien da „nicht wirklich viel“. Erschwerend kommt hinzu, dass Thomas Müller und Eric Maxim Choupo-Moting „ihre Sache“ aktuell solide ausführen. Nagelsmann erprobte gegen Stuttgart schon, was gegen Paris noch besser klappen soll.

Mané stand da im zweiten Schwung – und fiel so auch unter die Generalkritik, die Nagelsmanns Dreifach-Wechsel in der 62. Minute entfacht hatte. Tatsächlich hatte man mit Leroy Sané, Serge Gnabry und eben Mané nicht besser, sondern deutlich schlechter gespielt. Der Trainer aber antwortete all denjenigen, die einen Bruch im Bayern-Spiel festgestellt hatten, offensiv – und konterte: „Wen habe ich denn da eingewechselt? Das waren jetzt keine U19-Spieler.“ Um genau zu sein, waren es drei Stars, die gemeinsam einen Marktwert von knapp 200 Millionen Euro haben. Überzeugt – und sich für einen Platz am Mittwoch empfohlen – hat keiner.

Mané immerhin war sichtlich bemüht, die fehlende Spielpraxis war ihm unter anderem bei einer Großchance aber anzumerken. Und so gilt halt auch für ihn, was der Bayern-Trainer allen mit auf den Weg gab: „Das ist leider oder Gott sei Dank in einem ausgeglichenen Kader so, dass du auch als Topspieler den Konkurrenzkampf annehmen musst.“ Immerhin einen Hauch Hoffnung machte er der zweiten Garde. Die Aufstellung nämlich war „noch nicht final entschieden“. Zumindest offiziell.  hlr

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