„Die Bayern wissen, was gegen Mbappé zu tun ist“

von Redaktion

PSGs Ex-Spieler und Trainer Luis Fernandez im Interview zum Champions-League-Rückpiel

München – Paris Saint-Germain kennt Luis Fernández wie seine Westentasche. Zwischen 1978 und 1986 spielte der ehemalige Mittelfeld-Star für den Verein, wurde Meister und Pokalsieger. Von 1994 und 1996 sowie 2000 bis 2003 war Fernández Trainer des französischen Hauptstadtclubs und gewann den damaligen Europapokal der Pokalsieger. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Frankreichs Europameister von 1984 über das Achtelfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern und PSG.

Warum hat es Paris trotz der hohen Investitionen noch immer nicht geschafft, die Champions League zu gewinnen?

Der Verein investiert seit vielen Jahren in neue Spieler. Es sind Fehler passiert. Fehler, die von der sportlichen Leitung gemacht wurden. Diese Personen haben nicht genug dafür getan, um jene Spieler zu verpflichten, die es braucht, um die Champions League zu gewinnen. Dieser Titel ist das oberste Ziel von Paris Saint-Germain.

Wieder heißt die Hürde FC Bayern. Wie erwarten Sie das Starensemble von Trainer Christophe Galtier?

Wir werden ein PSG sehen, das hoch motiviert ist und das Ergebnis aus dem Hinspiel unbedingt drehen möchte. Paris ist es nicht gewohnt, zu pressen. Mal sehen, wie sie es machen. Es war nicht das System des Trainers als Coach von St.-Etienne oder Lille. Er musste es an PSG anpassen. Es ist ein System, das mal funktioniert und mal nicht.

Welche PSG-Stars sind am besten drauf?

Diejenigen, die sich im letzten Spiel am besten geschlagen haben, sind Kylian Mbappé und Lionel Messi. Die beiden sind am entscheidend-sten, um das Blatt zu wenden.

Wie wichtig ist Mbappé?

Er ist ein Spieler, der einen Unterschied macht, einer, der extrem schnell ist, wenn er Platz vor sich hat. Er verbessert sich sogar noch, er wird immer größer, denn er ist erst 24 Jahre alt. Am Wochenende hat er den Rekord als Spieler mit den meisten Toren für PSG geknackt. Er ist ein Spieler, der eine riesige Dimension bekommt. Er ist bereits Weltmeister, hat zudem in Katar im Finale gespielt.

Wie kann man ihn stoppen?

Ich denke, man muss ihn observieren und bewachen. Man muss zusehen, dass er sein Tempo nicht ausspielen kann. Ich denke, dass Bayern mit Julian Nagelsmann einen Trainer hat, der zwar jung ist, aber Talent und Potenzial hat. Er hat erfahrene Spieler, die wissen werden, was zu tun ist, um Mbappé davon abzuhalten, der Spieler zu sein, den wir alle kennen.

Und Messi?

Messi ist ein Spieler, der meiner Meinung nach wie Cristiano Ronaldo eine Ära geprägt hat. Er ist ein Spieler, den wir sehr bewundern und der mit seiner Spielweise einen Unterschied macht. Bei der WM hat er das geschafft, was er sich vorgenommen hat: Weltmeister mit Argentinien zu werden. Er war danach wahrscheinlich ein bisschen geschlaucht. Zuletzt habe ich zwei, drei Spiele von ihm gesehen, und er findet wieder zu sich selbst.

Als Abwehr-Star von Real lehrte Sergio Ramos die Bayern das Fürchten. Muss man jetzt noch Angst vor ihm haben?

Er ist wieder da. Er ist ein Anführer. Er hatte ein paar körperliche Probleme. Aber jetzt ist er wieder konkurrenzfähig genug, um ein starkes Spiel zu machen.

Interview: Philipp Kessler

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