Berlin – Die Berliner Arena war schon fast leer, als noch ein paar Grüße der Spieler an die Fans über den Videowürfel flimmerten. Es klang wie eine kleinlaute Entschuldigung für eine Katastrophensaison, die mit einem historischen Scheitern endete: In den Playoffs um die Meisterschaft sind die Eisbären als Titelverteidiger nicht dabei. „Der Frust ist sehr groß“, gab Nationalspieler Marcel Noebels nach dem 3:4 nach Penaltyschießen gegen die Schwenninger Wild Wings zu: „Wenn man für die Eisbären spielt, möchte man nicht am 5. März in Urlaub gehen.“
„Wenn man 56 Spieltage lang Zeit hat, liegt es nicht am letzten Spieltag“, stellte Noebels klar. Aber am Sonntag stand endgültig fest: Erstmals seit 22 Jahren hat der Branchenriese aus Berlin, vom US-Milliardär Philip Anschutz alimentiert, die Play-offs verpasst. Der Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist erst der dritte Titelverteidiger nach den Krefeld Pinguinen 2004 und der Düsseldorfer EG 1997, der nur Zuschauer in der K.o.-Runde ist – und keiner war so schlecht wie die Eisbären als Tabellenelfter.
„Es gibt nichts schönzureden“, sagte Geschäftsführer Thomas Bothstede, „wir werden jetzt ein, zwei Nächte schlafen. Dann wird jeder Stein umgedreht.“ Seinen Trainer Serge Aubin, den einige als Schuldigen sehen, will Bothstede halten. In der Kritik steht auch Sportdirektor Stephane Richer, der die Dauerkrise tatenlos aussitzen wollte. „Es war eine sieben Monate anhaltende Krise“, gab Bothstede zu. sid