Piräus – Seine Besucher empfängt Olympiakos Piräus ja mit einer ganz schönen Botschaft. Seine Halle taufte der griechische Traditionsclub nicht mit dem üblichen Sponsorennamen. „Peace and Friendship-Stadium“ heißt die schmucke Anlage – „Stadion des Friedens und der Freundschaft.“ Allerdings: In diesem Jahr ist es mit Frieden und Freundschaft dort nicht weit her – Olympiakos vermöbelte das Gros der Konkurrenz nach Kräften.
Auch den Bayern ging es nicht besser. Am Ende stand ein heftiges 74:102 (35:55) beim derzeit besten Team Europas, das hart Kurs in Richtung Final-4 nimmt, während die Bayern die Saison in Europa langsam aber sicher abhaken kann. „Wir hatten nicht genug Energie“, haderte Trainer Andrea Trinchieri.
Wobei die Münchner, die mit Griechenland-Tripps nur bedingt gute Erfahrungen haben, sicher nicht unbedingt einen strahlenden Abend erwartet hatten. Zu sehr war das Münchner Ensemble nach dem Arbeitssieg gegen Villeurbanne am Donnerstag durcheinandergewirbelt worden. Neben Vladimir Lucic (Rücken) konnte auch der kränkelnde Corey Walden kurzfristig nicht spielen. Nick Weiler-Babb war von vornherein bei seiner hochschwangeren Frau geblieben.
Und das Restaufgebot, in dem sich auch die zuletzt meist pausierenden Paul Zipser und Ognjen Jaramaz versuchen durften, bekam gleich einmal zu spüren, warum sich Olympiakos die Euroleague derzeit von ganz oben anschaut.
Die Griechen ließen den Ball wirbeln. 16 Assists standen schon zur Pause in der Statistik. Einen viel besseren Hinweis auf ein funktionierendes Zusammenspiel kann es nicht geben. Und dass Trainer-Guru Georgios Bartzokas reihenweise Profis mit Vollstrecker-Qualitäten in seinen Reihen hat, ist nichts Neues. Allen voran den gebürtigen Bulgaren Sasha Vezenkov, der sich die MVP-Krone wohl nur noch abzuholen braucht. 18 Punkte sammelte der derzeit beste Spieler Europas. Vier seiner sechs Distanzwürfe brachte er ins Ziel – ganz im Trend seines Teams, das bombastische 64 Prozent seiner Dreier versenkte.
Da hätte man es gut übersehen können, dass die Bayern zumindest phasenweise gar nicht einmal schlecht gegenhielten. „Wir werden ins Rennen werfen, was wir haben“, hatte Trainer Andrea Trinchieri angekündigt. Die Münchner taten es, sie kämpften, sie versuchten es mit Mut. So wie Isaac Bonga, der mit 16 Punkten und fünf Rebounds immerhin Nadelstiche setzte. Aber die kratzten die Hochgeschwindigkeits-Offensivmaschine aus Griechenland nicht allzu sehr. Auch wenn der Ex-Ludwigsburger Thomas Walkup den Kantersieg später relativierte. „Das Ergebnis kann man nicht zu ernst nehmen“, sagte er, „Bayern hat besser gespielt als das.“