München – Nach so langer Zeit war das Gefühl für die eine oder andere Spielerin sicherlich etwas ungewohnt. Für Trainer Alexander Straus war es sogar eine Premiere in seiner Amtszeit in München. Zum ersten Mal seit Anfang März 2022 kletterten die Frauen des FC Bayern durch den 4:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg am Freitagabend wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga. Vor ziemlich genau einem Jahr profitierten die Bayern-Frauen davon, dass der VfL Wolfsburg damals ein Spiel weniger absolviert hatte. Und auch diesmal können die Wolfsburgerinnen nachlegen und sich die Tabellenspitze und den alten Zwei-Punkte-Vorsprung mit einem Sieg in Leverkusen am Sonntagnachmittag zurückholen.
Ein Zeichen an die Rivalinnen aus dem Norden war der Sprung an die Spitze aber allemal, vor dem direkten Duell im Stadion auf dem Bayern-Campus am 25. März ist das Meisterschaftsrennen völlig offen. „Es ist schön, mal wieder da oben sein zu sein“, sagte Sydney Lohmann: „Wir können uns jetzt auf die Couch legen, die anderen müssen nachziehen. Wir haben jetzt zwei Tage frei, für uns ist das ein entspanntes Wochenende.“
Bei ungemütlichem Wetter mit zeitweise starkem Wind und Regen hatten sich 1323 Zuschauerinnen und Zuschauer am Bayern-Campus eingefunden. Sie sahen eine Heimmannschaft, die von Beginn an Druck machte und sich Chancen erspielte. Die Führung erzielte Lohmann (19.), die nach einem zu kurz geklärten Ball abstaubte. Ein direkter Freistoß von Kapitänin Lina Magull, die nach überstandenen muskulären Problemen wieder in der Startelf stand, berührte nach einer halben Stunde die Latte. Georgia Stanway zielte wenig später knapp vorbei, Klara Bühl scheiterte an MSV-Keeperin Ena Mahmutovic.
In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild, nur dass die Bayern-Frauen ihre Chancen besser nutzten. Mit einem Doppelschlag nach einer Stunde sorgten Lea Schüller und Magull für eine komfortable Führung. Stanway erzielte per Handelfmeter den Endstand. Laura Benkarth, die die erkrankte Maria-Luisa Grohs im Bayern-Tor vertrat, musste kaum einmal ernsthaft eingreifen.
Die Bayern-Frauen haben nun ein paar Tage Pause, das nächste Spiel steht am kommenden Samstag beim 1. FC Köln an. Auch dort muss man gewinnen, um die gute Ausgangslage zu wahren. Am 21. März treffen die Bayern-Frauen dann in der Allianz Arena im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales auf Arsenal, dann folgt das Spitzenspiel gegen Wolfsburg. Und die Chance, die Tabellenspitze dauerhaft zu übernehmen. CHRISTIAN STÜWE