Der zweite Anzug sitzt – endlich!

von Redaktion

Die ins Team hineinrotierten Bayern-Spieler glänzen beim 5:3 gegen den FCA

VON MANUEL BONKE

München – Sadio Mané sorgte für den größten Lacher in den Katakomben der Allianz Arena, nachdem er mit den e Bayern 5:3 (4:1) gegen den FC Augsburg gewonnen hatten. „Sie werden heute verlieren“, sagte der senegalesische Superstar voller Überzeugung und mit einem verschmitzten Lächeln, als er nach seiner Prognose für das Ruhrpott-Derby gefragt wurde. Gemeint war die Titel-Konkurrenz aus Dortmund, die den Schalkern dann später am Abend zwar nicht unterlag, sich aber mit einer Punkteteilung zufriedengeben musste – weshalb der FC Bayern nun wieder mit zwei Punkten Vorsprung die Tabelle anführt.

Die zweite erfreuliche Nachricht des 24. Spieltags aus Münchner Sicht: Der zweite Anzug des deutschen Rekordmeisters sitzt. Endlich. „Wir haben generell eine sehr starke Bank, das zeichnet einen großen Club wie den FC Bayern aus. Wir sind sehr froh, dass wir so starke Spieler haben“, sagte Mané.

Fünf Änderungen im Vergleich zum Champions-League-Rückspiel-Sieg gegen Paris Saint-Germain (2:0) nahm Trainer Julian Nagelsmann in seiner ersten Elf vor: Die beiden Sorgenkinder Leroy Sané und Serge Gnabry durften sich mal wieder von Anfang an beweisen, Winter-Leihgabe Joao Cancelo tauschte seinen Bank- gegen einen Startplatz, Sadio Mané feierte sein Startelf-Comeback, ebenso Benjamin Pavard nach seiner Sperre im PSG-Spiel.

Nagelsmann hatte sich diese Saison schon häufiger im Rotieren versucht, doch selten ging der Plan des Trainers auf. Bei der 2:3-Niederlage in Gladbach beispielsweise, als der Fußballlehrer nach dem Achtelfinal-Hinspielerfolg in Paris ebenfalls auf fünf Positionen durchtauschte. „Wir haben einige angeschlagene Spieler und wollten Frische reinbringen. Wir vertrauen aber dem gesamten Kader und wollten andere Spieler ranlassen“, erklärte der Coach seine Personalplanung vor der Partie.

Nachdem die frischen Kräfte Pavard und Cancelo bei der Augsburger Blitz-Führung nach 120 Sekunden durch Mergim Berisha noch eine eher unglückliche Figur machten, drehte das Duo die Partie danach quasi im Alleingang: Cancelo egalisierte nach einem sehenswerten Solo (15.), ehe Pavard mit einem Doppelpack (19., 35.) das Spiel drehte. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Sané per Kopfball, ehe Alphonso Davies in der zweiten Halbzeit das fünfte Bayern-Tor erzielte.

„Heute war extrem wichtig, dass wir ein paar frische Kräfte hatten. Sie haben uns heute das Spiel gewonnen. Gerade die Jungs, die neu von Anfang an gespielt haben, haben es wirklich überragend gelöst. Ich könnte jetzt jeden Einzelnen aufzählen“, lobte Kapitän Joshua Kimmich seine Teamkollegen.

Die beiden weiteren Augsburger Treffer durch Berisha per Foulelfmeter (60.) und Irvin Cardona (90.+3) waren aus Münchner Sicht zwar ärgerlich, mehr aber auch nicht. „Manchmal muss man den Fokus hochhalten. Wenn wir schon 4:1 vorne sind, müssen wir das Spiel kontrollieren. Das können wir vielleicht besser machen heute“, übte Youngster Jamal Musiala leichte Kritik.

Am Ende stand für Sportvorstand Hasan Salihamidzic eine gute Woche: „Wir haben drei Gegentore bekommen. Aber im Großen und Ganzen haben wir das wirklich sehr, sehr gut gelöst“.

Für Nagelsmann steht die entscheidende Saisonphase aber noch bevor: „Wir dürfen uns nicht ausruhen. Der April wird ein sehr spannender Monat. Da haben wir, glaube ich, acht oder neun Spiele.“ Unter anderem steht der Liga-Gipfel gegen Borussia Dortmund (1. April) an, dicht gefolgt vom Pokal-Viertelfinale drei Tage später zu Hause gegen Freiburg. Die Viertelfinal-Partien in der Königsklasse werden zwischen 11. und 19. April gespielt. „Wir können super durchwechseln, wir haben einen breiten Kader und sind deshalb super gerüstet für alle Wettbewerbe“, sagt Torhüter Yann Sommer. In der Hoffnung, dass sämtliche Anzüge der Münchner in dieser Phase perfekt sitzen.

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