Augsburg will junge Spieler aus München

von Redaktion

München/Augsburg – Als es im ersten Drittel beim Viertelfinale München – Bremerhaven heftig zur Sache ging, wurde das Gäste-Team aus dem Block der EHC-Fans maximal geschmäht: „Ihr seid sch… wie der AEV.“ Der AEV, die Augsburger Panther, sind primäres Feindbild des Münchner Anhangs. Und vielleicht bald verschwunden aus der DEL. Dann nämlich, falls in der DEL2 Kassel, Krefeld oder ( unwahrscheinlich) Dresden Meister wird. Nur diese Clubs haben den Aufstieg beantragt.

In Augsburg wird Christof Kreutzer Sportdirektor und Trainer. Er sagt: „Zu 95 Prozent sind wir abgestiegen.“ Am Samstag war der letzte Auftritt der alten, nun zerbrechenden Mannschaft: Im mit 1000 Leuten proppenvollen Business-Club im Augsburger Stadion gab es letzte Autogramme, Selfies, Souvenirs. Zuletzt hatten die Ultras mit den Spielern gebrochen, doch die Abschiedsatmosphäre war von Versöhnlichkeit geprägt. Vor allem gegenüber dem in dieser Saison heftig kritisierten Brady Lamb. Für den Kanadier ist nach neun Jahren Schluss – bei dem massigen Mann, der das Augsburger Rathaus auf den Oberarm tätowiert trägt, stand die längste Schlange.

Panther-Hauptgesellschafter Lothar Sigl, seit 1987 der wichtigste Funktionär in Augsburg, lässt sein Amt im DEL-Aufsichtsrat vorerst ruhen – um einen Interessenskonflikt zu vermeiden: Denn ein aufstiegsberechtigter DEL2-Meister muss noch durch die Wirtschaftlichkeitsprüfung.

In Augsburg wird nun ein Zweitligakader gebaut – in dem könnten einige junge Spieler aus der Münchner Schule auftauchen; die beiden Clubs treffen sich demnächst. Augsburger Fans sind derweil weiter aktiv: Am Sonntag unterstützten sie Düsseldorf in Ingolstadt. Auch der AEV pflegt seine Feindschaften.  gük

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