München – Der Traum der Frauen des FC Bayern vom Einzug ins Halbfinale der Champions League lebt. In einer umkämpften Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Straus am Dienstagabend im Hinspiel des Viertelfinales mit 1:0 gegen Arsenal durch. Damit blieben die Bayern-Frauen auch bei ihrem dritten Spiel in der Allianz Arena unbesiegt und haben sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in London am kommenden Mittwoch (Anpfiff 21 Uhr) geschaffen. Lea Schüller erzielte in der 39. Minute den Treffer des Tages, in der zweiten Halbzeit hielt die Defensive der Bayern-Frauen einem Sturmlauf Arsenals stand und brachte den glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg nach Hause.
„Wir haben in der ersten Halbzeit gut nach vorne gespielt, in der zweiten Halbzeit haben wir die Mentalität auf den Platz gebracht. Wir hätten sicher mehr Ballbesitz haben können und wir haben ein paar zu viele Chancen zugelassen. Letztlich bin ich aber zufrieden und stolz aufs Team“, sagte Klara Bühl. Zufrieden sein kann der FC Bayern auch mit den 20 000 Zuschauerinnen und Zuschauern, die am Dienstag den Weg in die Allianz Arena fanden. Zwar wurde die im Dezember beim Sieg gegen den FC Barcelona aufgestellte Bestmarke von 24 000 Fans verfehlt, trotzdem schwappte die Welle mehrfach durchs Stadion.
Vor der stimmungsvollen Kulisse begannen die Bayern-Frauen stark, der Mannschaft war aber eine gewisse Nervosität anzumerken. Oft fehlte im Passspiel die letzte Präzision, weshalb die Mannschaft zunächst nicht für Torgefahr sorgen konnte. Arsenal kam in der Folge besser ins Spiel und nach 20 Minuten auch zur ersten echten Chance. Bayern-Torhüterin Mala Grohs warf sich in den Schuss von Frieda Maanum. Nach einer halben Stunde tauchte dann Schüller erstmals gefährlich vor dem Tor von Manuela Zinsberger auf, die frühere Bayern-Torhüterin wehrte den Schuss aufs kurze Eck ab. Wenig später war die Österreicherin dann machtlos. Maximiliane Rall flankte von rechts, Schüller übersprang am langen Pfosten ihre Gegenspielerin und köpfte zur Führung ein. Die Freude war groß, die Stimmung in der Arena prächtig. Ein weiterer Schuss Schüllers unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff ging ganz knapp am Pfosten vorbei. So blieb es zur Pause beim 1:0.
In der zweiten Hälfte übernahm Arsenal das Kommando. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff landete ein Schlenzer von Caitlin Foord am Pfosten, nach einer Stunde rettete zunächst Schüller für die geschlagene Grohs, dann kratzte Saki Kumagai bei einem Kopfball von Stina Blackstenius den Ball von der Linie. Zwanzig Minuten vor Schluss war es erneut die starke Schüller, die bei einem Schuss von Leah Williamson auf der Linie rettete. Wenig später war der Arbeitstag der Mittelstürmerin beendet, nach einem Foul humpelte sie angeschlagen vom Feld. Arsenal machte in der Schlussphase weiter Druck, aber die Bayern brachten den Sieg nach Hause. „Wir haben es über die Zeit gebracht, das haben wir am Ende konsequent gemacht. So viel kam da gar nichts aufs Tor. Das haben wir echt gut verteidigt“, sagte Torhüterin Grohs.
Die Generalprobe für Bundesliga-Topspiel gegen die Tabellenführerinnen aus Wolfsburg (17:55 Uhr) am Samstag ist somit gelungen. Das Duell, das vorentscheidend für die deutsche Meisterschaft wird, findet dann wieder im kleineren Rahmen im Stadion auf dem Bayern-Campus statt. Den Schwung will man mitnehmen.