TV-KRITIK
Es gibt RISE, Baby! DAZN hat den Champions-League-Knaller der Bayern-Frauen gegen Arsenal kostenlos auf seinem neuen Sender RISE übertragen. Wir hatten ja gedacht, dass RISE nach der DAZN-Preisverdopplung für „Relativ intensive Steigerung der Einnahmen“ steht. Aber dort läuft echt nur Frauensport, was eine tolle Sache ist.
Die Vorbemerkung: Unsere Frau Heinrich hat sich zurecht gewundert, wo denn die Champions-League-Besetzung von DAZN war. Da könnten sich Frau Wontorra und Herr Wagner ruhig mal Zeit nehmen und ein Zeichen für den Frauenfußball setzen. Der Sandro hat nach seiner Quatsch-Forderung eines „Weltmännertags“ eh noch was gutzumachen. Hier schreibt ja auch der Heinrich selber, und nicht der Schwippschwager aus Ergoldsbach, der gerade Zeit hatte.
Der Moderator: Nix gegen Daniel Herzog, im Gegenteil. Der Herzi machte Lust auf Frauenfußball und versprach herzig: „Wir machen Euch jetzt heiß auf dieses Spiel.“ Und er stellte beim Plaudern mit Expertin Josy Henning coole Fragen: „Was machen die Bayern gerade so verdammt richtig?“ Dass die beiden aber nur im tristen Kabuff in Ismaning hockten, und nicht zehn Kilometer weiter nordwestlich in Fröttmaning am Spielfeldrand standen, zeugt nicht gerade von der frisch entflammten DAZN-Liebe für den Frauensport. Hoch wäre das Kilometergeld ja nicht gewesen.
Die Expertin: Josy Henning ist vierfache Champions-League-Siegerin sowie eine hervorragende Taktik-Erklärerin. Und das in allen Weltsprachen, wenn sie verrät: „Die Defense ist deine Base.“ Oder wenn sie verlangt, dass Bayern mehr „nasty“ spielen muss, also dreckiger. Die Josy dagegen erkennt blitzsauber jedes Detail. Interessante Erfindung sind Halbzeit-Interviews mit den Spielerinnen, wie gestern mit Lea Schüller. Gern auch bei den Männern!
Die Kommentierenden: DAZN-Starpower am Mikro. Jan Platte ist sich nicht zu schade für guten Frauenfußball. Bravo! Er spürte früh, dass die Bayerinnen im „kleinen Würgegriff“ von Arsenal stecken, während Josy Henning dem FCB empfahl: „Die Nerven behalten, um dieses Bällchen zu kriegen.“ Sie fieberte engagiert mit und erklärte den Münchnerinnen solidarisch, wie „wir am besten verteidigen“. Die beiden haben gestern verdammt viel richtig gemacht, sogar im Kabuff. J. HEINRICH