München – Ob sich Mischa Zverev da genauso freute wie Patrik Kühnen? Kühnen präsentierte als Turnierdirektor der BMW Open (15. bis 23. Arpil) das diesjährige Teilnehmerfeld in München, Zverev, seit diesem Jahr Turnierbotschafter, hörte zu. Auf die Ohren bekam er viele große Namen der Tenniswelt – viele Spieler, die es seinem jüngeren Bruder Alexander bei einem seiner Lieblingsturniere schwermachen könnten.
Allen voran Holger Rune, der Vorjahressieger aus Dänemark. 2022 schlug der damals noch 18-Jährige überraschend Zverev in der ersten Runde. Nach dem Turniersieg folgte ein Aufstieg bis in die Top Ten der Welt. „Er steht für dynamisches Tennis und auch die Zukunft des Tennis“, hielt Kühnen fest.
Der zweite Spieler aus den besten Zehn ist der US-Amerikaner Taylor Fritz. Dem 25-Jährigen US-Amerikaner war letzte Saison der Durchbruch in die Weltspitze gelungen, Anfang des Jahres hatte er Zverev deutlich beim United Cup in Australien besiegt.
Neben Deutschlands Nummer Eins Zverev, der nach seiner Verletzung 2022 aktuell auf 15 gelistet ist, sind noch zwei weitere Spieler dabei, die von der Aura allerbesten Tennissports umgeben sind: Matteo Berrettini und Dominic Thiem. Der 26-jährige Italiener hatte 2019 schon am Aumeister aufgeschlagen und damals das Halbfinale erreicht. Aktuell ist er der Weltranglisten-23. Der 29-jährige Österreicher ist nach seinen Verletzungen schon länger auf Formsuche und erhält eine Wildcard.
Sowohl Thiem als auch Zverev sind in dieser Woche beim Turnier in Miami im Einsatz. Am liebsten würde der 25-jährige Hamburger dort wohl Kühnen bestätigen, der von dessen Leistungen in den letzten Wochen „sehr angetan war“ und festhielt: „Das was schon fast das Niveau von vor seiner Verletzung.“ Mischa Zverev ergänzte: „Er spielt unglaublich gut, die Schläge sind da. Jetzt fehlt nur noch etwas die Konstanz, dass er seine Chancen nutzt.“
Neben Zverev messen sich noch mindestens zwei weitere Deutsche in München mit der internationalen Auswahl: Oscar Otte (29) und Jan-Lennard Struff (32), die die übrigen Wildcards für das Hauptfeld bekamen. Leer ausgegangen ist Max Rehberg (19). 2022 wurde dem Münchner Talent die Teilnahme am Hauptfeld ermöglicht, in seiner folgenden ersten Saison auf der ATP-Tour spielte er sich unter die besten 500 der Welt. Für ihn bliebe noch der Weg über die Qualifikation, für die ebenfalls Wildcards vergeben werden können.
Wieder ausgetragen wird die Allianz Para Trophy. Das Turnier mit vielen der weltbesten Rollstuhltennisspieler wird von zwei auf drei Tage ausgedehnt. „Erste Aufgabe“ sei dieser Bewerb für Mischa Zverev, der dort Turnierdirektor sein wird. Zudem lege er seinen Fokus auf Aktivitäten für Fans auf der Anlage und stärkere Präsenz in den Sozialen Medien, verriet der 35-Jährige. THOMAS JENSEN