Aufgeben war keine Option

von Redaktion

Lukas Tulovic feiert sein Comeback und startet als einziger Deutscher in der Motorrad-WM

Portimao/Köln – Auf dem Weg zurück nach oben galt es für Lukas Tulovic, erst mal kleinere Brötchen zu backen. „Nach dem Aus musste ich einen Schritt zurückgehen, um mich zu beweisen“, sagt der Motorrad-Pilot und erinnert sich an schwierige Zeiten. Unfreiwillig hatte sich Tulovic vor vier Jahren aus der Weltmeisterschaft verabschiedet, nun ist er über Umwege endlich wieder aufgestiegen.

Wenn am Sonntag (13.15 Uhr MESZ/ServusTV) im portugiesischen Portimao sein zweiter Anlauf beginnt, ist fast nichts mehr wie bei der Premiere. „Ich bin schneller als damals, bin mental stärker. Habe ein besseres Team und Motorrad“, sagt Tulovic: „Von daher ist es eine ganz andere Ausgangssituation.“

Nach wenigen Einsätzen als Ersatzfahrer mit gerade mal 17 Jahren hatte Tulovic 2019 seine erste komplette Moto2-Saison bestritten. Drei Pünktchen holte er in 19 Rennen, sein Team Kiefer Racing erhielt für das darauffolgende Jahr überraschend keinen Startplatz mehr. Mit einem Schlag war Schluss, es ging runter in die EM.

„Es war hart“, sagt Tulovic rückblickend zur ersten unterklassigen Saison. „Ich habe mich sehr schwergetan, bin nur einmal aufs Podium gefahren, was überhaupt nicht meinem Anspruch entsprochen hat.“ Doch mit dem Wechsel zum Team Intact GP, mit dem er nun auch in der WM starten wird, wurde alles besser. „Dann ging es bergauf“, erinnert sich Tulovic, er wurde Dritter der Gesamtwertung, ehe im Vorjahr der große Coup gelang. Mit sieben Siegen in elf Rennen holte er den Titel und greift nun als Europameister oben an.

Tulovic, nach dem Abschied seines Intact-Vorgängers Marcel Schrötter jetzt der einzige Deutsche in der WM, steigt mit etwas Genugtuung auf die Maschine. „Die meisten werden mich abgeschrieben haben“, sagt der Aufsteiger, „es ist ein schönes Gefühl, gestärkt und besser denn je zurückzukommen, mit einem fantastischen Team und einem fantastischen Motorrad. Ich habe die besten Voraussetzungen.“

Die EM sei für ihn „das beste Sprungbrett in die Moto2-WM“ gewesen, da ist sich Tulovic sicher. Auch wenn „die meisten den Weg über die Moto3 gehen“, kam das für ihn nicht infrage. „Ich war mit 14, 15 schon zu groß, um auf eine Moto3-Maschine zu steigen“, sagt er. Tulovic misst 1,85 m, ungewöhnlich im Kreis der eher kleinen Motorradfahrer.

Nach drei Jahren in der EM und parallel drei Jahren in der Elektrorennserie MotoE („Der Unterschied sind Welten“) will Tulovic Spuren hinterlassen. „Es ist mein Ziel, dieses Jahr regelmäßig in die Top 10 zu fahren“, sagt er, auch wenn nicht klar sei, „ob das jetzt am Anfang schon funktioniert“.  sid

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