Köln/Lahti – Etwas mulmig ist Eric Frenzel vor den letzten Wettkämpfen seiner Karriere dann doch zumute. „Es war eine lange und schöne Zeit. Da wird man schon wehmütig“, sagte der langjährige König der Kombinierer, ehe er mit gemischten Gefühlen zu seiner finalen Dienstreise antrat. Immerhin war er mit seinen Gedanken nicht allein. Auch bei Bundestrainer Hermann Weinbuch dürfte am Wochenende im finnischen Lahti zum Abschied die eine oder andere Träne fließen.
„Zwei Lichtgestalten verlassen uns. Für uns ist das in beiden Fällen ein großer Verlust“, sagte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel vor dem Ende einer Ära. Von Freitag bis Sonntag stehen noch drei Wettkämpfe an, dann war es das. Frenzel war 16 Jahre lang im Weltcup aktiv, wurde dreimal Olympiasieger und siebenmal Weltmeister. Weinbuch stand dem Team sogar unglaubliche 27 Jahre lang als Chefcoach vor. Doch nun ist Schluss.
Für Frenzel schließt sich in Finnland der Kreis. „Lahti war in meiner Karriere ein besonderer Ort“, sagt der 34-Jährige. In dem Wintersport-Mekka am Vesijärvi-See holte der Sachse 2017 WM-Gold mit der Mannschaft und im Teamsprint. 2013, 2016 und 2017 feierte er hier zudem drei seiner insgesamt 43 Siege im Weltcup. „Ich bin stolz auf meine Karriere – und dankbar“, sagt Frenzel. Nicht viel anders ergeht es Weinbuch, der am Mittwoch seinen 63. Geburtstag feierte.
Und danach? Die Suche nach einem neuen Bundestrainer läuft, auch eine internationale Lösung scheint denkbar. Für Frenzel käme eine solche Verantwortung indes noch zu früh. Die Betonung liegt auf noch.