Krebspatient Daum macht Fortschritte

von Redaktion

Dem Ex-Trainer geht es besser – an komplette Heilung glaubt er aber nicht

Köln – Der langjährige Bundesliga-Trainer Christoph Daum hat über gute Fortschritte bei seiner Krebstherapie berichtet. Er befinde sich „derzeit in Phase zwei, der Immun-Therapie. Die soll dazu führen, dass aus dem bedrohlichen Krebs-Zustand ein chronischer wird“, sagte der 69-Jährige der „Sport Bild“.

Die erste Phase hat ihn dabei immerhin zuversichtlich gestimmt. Bis Dezember hatte Daum eine intensive Chemotherapie durchlaufen. Die habe ihn zwar sehr erschöpft und er habe zudem alle Haare verloren. Aber die Wirkung war positiv. „Sie hat sehr gut angeschlagen und alle Metastasen beseitigt“, erklärte er. Den behandelnden Ärzten im Kölner Krebszentrum habe er dabei immer erklärt, Chemotherapie sei für ihn wie Doping. „Ich habe gefragt: ,Welchen Doping-Cocktail kriege ich heute?’ Da haben die gelacht Ich habe versucht, das alles möglichst humorvoll zu nehmen“, sagte Daum.

An völlige Genesung indes glaubt er nicht. „Es wäre Wunschdenken zu glauben, den Krebs besiegen und sagen zu können: Der ist weg. Bei mir geht es eher darum, sagen zu können: Wir haben ihn unter Kontrolle und ich kann damit alt werden. Dafür werden noch einige Therapien nötig sein.“

Daum berichtete, der Lungenkrebs sei bei ihm im vergangenen Sommer bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden. „Dabei sind Unregelmäßigkeiten aufgetreten, in deren Folge das Lungenkarzinom bei mir entdeckt wurde. Deshalb kann ich jedem Menschen ab 50 Jahren nur dringend raten, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.“

Er habe bis zum Tag der niederschmetternden Diagnose geraucht. „Ich habe zwischen einer halben und einer Packung am Tag geraucht. Das hat ganz sicher zu meiner Erkrankung beigetragen.“ Dann habe er nach 38 Jahren aufgehört. Und zwar von einem Tag auf den anderen. „Das ist eine reine Willenssache. So bin ich“, sagte der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart, der auch Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und den 1. FC Köln betreut hatte.

Seine Eigenschaften als Coach und Motivator seien ihm im Kampf gegen die Krankheit eine große Hilfe, berichtete Daum. „Mein ganzes Leben ging es darum, nach Niederlagen aufzustehen und das nächste Spiel wieder zu gewinnen. Dass der permanente Kampf ein großer Teil meines Lebens ist, wurde mir jetzt zum Vorteil“, sagte er. „Ich habe einen ungebetenen Gast in meinem Körper, gegen den ich permanent ankämpfen muss. Dem stelle ich mich, und ich werde ihn verjagen oder zumindest so einschränken, dass wir zusammen gut leben können.“  dpa/sid

Artikel 3 von 11