Auf Lücke ist Verlass

von Redaktion

Niclas Füllkrug überzeugt gegen Peru als Doppel-Torschütze – Extralob von Flick

VON MANUEL BONKE

Mainz – Niclas Füllkrug hat beim Neuanfang der deutschen Nationalmannschaft da weitergemacht, wo er bei der Weltmeisterschaft in Katar nicht aufhören wollte – aber durch das Vorrundenaus dazu gezwungen wurde: Tore schießen. Durch seinen Doppelpack bezwang der Bremer Angreifer die Peruaner beim 2:0 (2:0) quasi im Alleingang.

Zwölf Minuten waren gespielt, als „Lücke“ eine Brustannahme von Kai Havertz ohne langes Überlegen im Tor platzierte. Nach einer guten halben Stunde versenkte er eine sehenswerte Steil-Vorlage von Marius Wolf im Netz (33.). Füllkrug schafft es derzeit wie kein anderer, das häufig diskutierte deutsche Stürmer-Loch zu stopfen. Das 4-2-2-System mit einer Doppelspitze kommt ihm da freilich entgegen. „Es ging nicht darum, meine Position zu stärken, sondern einen guten Start zu haben und die Fans mitzunehmen“, sagte Füllkrug im ZDF. Der sogenannte „Zielspieler“ lobte auch das Zusammenspiel in der neuen Doppelspitze. „Im System mit zwei Spitzen bekomme ich meine Situationen im Strafraum. Toll, dass ich hier schon so eingebunden bin.“

Für Bundestrainer Hansi Flick ist nicht erst seit dem Doppelpack gegen Peru klar: „Niclas steht dort, wo ein Mittelstürmer zu stehen hat. Er ist schon ein Spieler, der besonders ist, sehr selbstbewusst, der die Spieler mitziehen kann mit positiver Energie. Er ist für Tore da, die hat er gemacht.“ Füllkrug gab das Lob umgehend an seine Teamkollegen weiter und möchte keine Heldenrolle nach der WM-Blamage einnehmen. „Nein, wir. Wir schießen die Tore“, sagte er mit zweimal deutlicher Betonung auf dem „Wir“. Ein weiteres Indiz für die Eigenschaften eines Teamplayers: Selbstlos überließ er vor dem letztlich an den Pfosten geschossenen Elfmeter in der zweiten Halbzeit Kai Havertz den schon geholten Ball und verzichtete somit auf einen möglichen Dreierpack. Die Bilanz im DFB-Trikot kann sich trotzdem sehen lassen: fünf Treffer in fünf Länderspielen. Für Kapitän Joshua Kimmich kein Grund für überschwängliches Lob.

Angesprochen auf die Treffer-Ausbeute legte der Mittelfeldspieler gleich die nächsten Ziele für Füllkrug mit einem Grinsen fest: „Nach dem Sechsten sind es dann sieben.“

Am liebsten schon gegen Belgien am Dienstag (20.45 Uhr, RTL). Dieser Gegner dürfte allerdings ein anderes Kaliber sein. Das ist auch Flick bewusst und daher ließ er nach dem Sieg am Samstag in Mainz durchblicken, wo er noch Verbesserungspotenzial sieht: „Ich bin froh, dass wir im zweiten Spiel so einen Gegner haben. Der wird uns noch mal mehr fordern. Und an Aufgaben kann man sich bekanntlich steigern“, sagte er und erklärte: „Es waren viele Dinge gut, mit der Defensive bin ich sehr zufrieden. Allerdings hatten wir insgesamt wieder zu viele Ballverluste und hätten Situationen besser ausspielen müssen.“

Eine ähnliche Sicht der Dinge hatte auch Kimmich: „In der zweiten Halbzeit hätten wir den Ball besser behaupten und den Gegner mehr laufen lassen müssen.“

Die Belgier starteten nach ihrer WM-Enttäuschung mit dem neuen Trainer Domenico Tedesco, dem neuen Kapitän Kevin De Bruyne und dem dreifachen Torschützen Romelu Lukaku mit einem 3:0 in Schweden top in die EM-Qualifikation. „Es ist ein anderer Gegner, ein besserer Gegner“, befand Havertz. Die erste richtige Bewährungsprobe steht also bevor.

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