Der Blick geht auf die Bundesliga

von Redaktion

FCB-Basketballer scheitern in Europa – jetzt heißt das Ziel Meisterschaft

Braunschweig – Immerhin – es gab ja auch eine gute Nachricht von diesem verkorksten Ausflug nach Mailand. Immerhin Ognjen Jaramaz geht es besser als befürchtet. Untersuchungen in der Klinik ergaben: Der Serbe muss wegen seiner Blinddarmprobleme nicht unters Messer. Wie lange Jaramaz fehlen wird, ist noch nicht absehbar. Und doch war das wohl die wichtigste Nachricht an einem Abend, der besiegelte, was sich bei den Bayern eigentlich schon seit Wochen angedeutet hatte – man ist raus aus dem internationalen Geschäft. Das Heimspiel am 14. April gegen Zalgiris Kaunas ist der definitiv letzte Auftritt in Europa in dieser Saison.

Trainer Andrea Trinchieri murrte ein bisschen über das Ausmaß des Abschieds. „Wir haben sehr schlecht gespielt und waren nicht bereit zu spielen“, sagte er nach dem deutlichen 74:99 bei Olimpia Mailand.

Doch für seine Bayern geht es ja längst um anderes. Clubchef Herbert Hainer etwa hatte dieser Tage auch gute Seiten am nun besiegelten Aus in Europa gesehen. „Ich denke, dass uns das mehr Möglichkeiten gibt, für die Playoffs in der BBL zu regenerieren“, sagte er, „der Weg zur Meisterschaft führt sicher über uns.“ Es wird darauf ankommen, in der Bundesliga Rhythmus aufzunehmen. Klappte am Sonntag schon einmal nicht schlecht. Bei aufopferungsvoll kämpfenden Braunschweigern setzten sich auch müde Münchner durch einen starken Endspurt mit 74:63 (34:36) durch. Nick Weiler-Babb fand es gut: „Wir haben uns durchgekämpft und gewonnen, das ist wichtig.“

Der Kräfteverschleiß und die vor allem daraus resultierenden Verletzungen, sie sind – mal wieder – die Geschichte dieser Spielzeit. Neben dem ohnehin bereits aus der Saison verabschiedeten Augustine Rubit fehlen den Bayern derzeit Elias Harris, Othello Hunter, Cassius Winston (Rücken) und nun eben auch Jaramaz. Für die, für viele stärkste Euroleague der Geschichte war die Flut der Ausfälle diesmal nicht zu verkraften. Es wird die Aufgabe für den Sommer sein, andere Wege zu finden. „Mehr Geld, mehr Personal“, sagte Hainer vor wenigen Tagen. Der Präsident will auch das Gewicht des Clubs ins Rennen werfen, um auf einen freundlicheren Spielplan hinzuwirken.

Bis dahin müssen sich seine Bayern auf andere gute Nachrichten konzentrieren. Auf den vielversprechenden Neuzugang Zylan Cheatham etwa. Und ganz besonders auf die Ausnahmeform von Andreas Obst. 27 Punkte hatte der Nationalspieler in Mailand beigesteuert. In Braunschweig sammelte er immerhin 15. Ganz gute Eingebung, den 26-Jährigen gerade jetzt dauerhaft an den Club zu binden. PATRICK REICHELT

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