Bremerhaven – Für einen kurzen Moment war es auch mit der Zurückhaltung von Don Jackson vorbei. Der meist so unbewegte Trainer des EHC Red Bull München lächelte und er applaudierte. Applaus für Chris DeSousa, für den Mann, der den Hauptrundenchampion vom Oberwiesenfeld letztlich ins Halbfinale bugsierte. Der blitzsaubere Powerplay-Treffer des Kanadiers (52.) bescherte dem EHC am Sonntag das 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) bei den Pinguins Bremerhaven und damit den entscheidenden vierten Sieg in der Viertelfinalserie. Und angesichts dieses schönen Zwischenziels lächelte Jackson schon wieder: „Ich bin stolz auf die Jungs.“
Womit man schon fast vergessen könnte, dass diese Runde der letzten Acht für die Münchner nach zwei Niederlagen mit einer ziemlich kalten Dusche begonnen hatte. DeSousa hatte damals, vielleicht kein Zufall, wegen einer Fußverletzung noch gar nicht mitgewirkt. Mit dem Energietank aus Mississauga startete der Titelaspirant dann so durch, wie viele es von Beginn erwartet hatten. 16:3 Tore schenkte der EHC den Männern von der Nordsee in den letzten vier Partien ein. Und auch der Sonntags-Matchwinner selbst hat so seine Ahnung, dass der Fehlstart in die Serie vielleicht gar nicht das schlechteste für sein ambitioniertes Team war. „Es war auf jeden Fall ein Weckruf“, sagte er, „und wir hätten nicht besser reagieren können.“
Das galt auch für den Sonntag, an dem Bremerhaven noch einmal alle Kräfte mobilisiert hatte. Die Pinguins taten, was sie über die ganze Serie hinweg versucht hatten. Sie verteidigten kompakt und versuchten auf der anderen Seite Nadelstiche zu setzen. Am 1:0 der Gastgeber wirkte der EHC mit. Justin Schütz und Patrick Hager saßen draußen – Phillip Bruggisser hämmerte die Scheibe ins Münchner Netz (24.).
Doch auch in dieser Hinsicht hat sich in der Serie viel getan. In den ersten Partien brachten solche Rückschläge die Münchner aus dem Tritt. Das ist nun anders. Jacksons Ensemble blieb im Vertrauen auf die eigene Stärke kühl seinem Matchplan treu. Nach dem Motto: „Irgendwann wird das Ding schon reingehen.“ Tat es ja auch – knapp sechs Minuten nach dem 0:1 fälschte ein Bremerhavener einen Schuss von Yasin Ehliz ins Netz ab.
Und dann ist da ja ein Detail, das in den nächsten Wochen zum Faustpfand im Titelkampf werden könnte. Im Überzahlspiel erarbeiteten sich die Münchner eine bemerkenswerte Effizienz. Schon am Freitag hatten sie mit einem Passwirbel zum zwischenzeitlichen 1:0 die Weichen gestellt. Am Sonntag sorgte man so für die Entscheidung. In Minute 52 warf man die Waschmaschine an und rotierte derart schnell durch das Angriffsdrittel, dass Bremerhaven die Situation erst erfasste als DeSousa einen Querpass von Austin Ortega ins sperrangelweit geöffnete Tor schubste.
Bremerhaven kämpfte und hatte ja auch noch seine Chancen. Doch Mathias Niederberger zwischen den Münchner Pfosten machte auch die letzte leise Hoffnung zunichte. Nun heißt es warten: Der Gegner wird am Dienstag zwischen Straubing und Wolfsburg ermittelt.