München – Schockmoment für das Team der deutschen Hochsee-Yacht Malizia: Mitten auf dem stürmischen Südatlantik zog sich Co-Skipperin Rosalin Kuiper beim Volvo Ocean Race schwere Kopfverletzungen zu. Die 26-Jährige wurde im Schlaf aus ihrer Koje geschleudert, als das Boot in schwerer See heftig auf eine Welle krachte. Sie erlitt eine Gehirnerschütterung, eine stark blutende Platzwunde über der Augenbraue und Prellungen.
Aufgrund der abgelegenen Lage und der Tatsache, dass sich die Niederländerin im stabilen Zustand befand, entschied sich die Crew dennoch zur Weiterfahrt. „Ich werde darüber hinwegkommen. Ich schlafe viel und die Jungs kümmern sich um mich“, sagte Rosalin in einer Nachricht an Team-Chef Holly Cova ein paar Stunden nach dem Unfall. Das Schiff des Hamburgers Boris Herrmann (41) lag kurz vor der Umrundung von Kap Hoorn mit rund 30 Seemeilen Vorsprung auf das Team Holcim in Führung.
Die legendäre Landmarke ist berüchtigt wegen der bis zu zehn Meter hohen Wellen. Die See rund um den Südzipfel des Kontinents wurde mehr als 800 Schiffen und über 10 000 Menschen zum Verhängnis – der größte Schiffsfriedhof der Welt. Passender Beiname des Kaps: Vorhof der Hölle.
Übrigens: Am Montag gab es dann auch noch gute Neuigkeiten: Herrmann und seine Crew umrundeten auf das Kap Hoorn als Spitzenreiter. OSKAR HEYDENREICH