Formula Equal aus Saudi-Arabien?

von Redaktion

In der Formel 1 soll ein Team mit 50 Prozent Frauenanteil entstehen – das Geld soll das Königreich beisteuern

Melbourne – Noch mehr Zuwachs in der Formel 1? Neben Audi, das 2026 in die Königsklasse einsteigen will, probiert es nun auch ein ganzes Land: Saudi-Arabien. Und ausgerechnet das erzkonservative, männlich geprägte Königreich will ein Team mit 50 Prozent Frauenanteil an den Start bringen. Boss des Projekts „Formula Equal“ soll Craig Pollock werden, der frühere Manager des 1997-Weltmeisters Jacques Villeneuve. „Das Konzept sieht vor, ein F1-Team zu erschaffen, das in allen Segmenten zu 50 Prozent aus Frauen besteht“, sagte Pollock jetzt bei CNN.

Hunderte Millionen Dollar sind für einen F1-Einstieg zu veranschlagen – das Geld sollen die Saudis bringen. Beim großen Preis in Dschidda erklärte Prinz Khalid, Präsident des saudischen Automobilverbands: „Wir wollen nicht nur Events veranstalten. Wir wollen ein saudisches Team.“ Saudi-Arabien gewinnt als Großsponsor und Ausrichter eines Grand Prix immer mehr an Einfluss, Menschenrechtsorganisationen kritisieren den autokratischen Staat – nicht zuletzt der Umgang mit Frauenrechten ist dort sehr problematisch.

Und woher sollen die Fahrerinnen kommen? Frauen sind im Formel-Sport seit jeher unterrepräsentiert, in der Geschichte der Formel 1 haben es erst zwei in ein Cockpit geschafft: Maria Teresa de Filippis Ende der 1950er-Jahre, Lella Lombardi 1975. Eine logische Kandidatin wäre jetzt die Münchnerin Sophia Flörsch, deren erklärtes Ziel die Formel 1 ist. Derzeit fährt die 22-Jährige in der Formel 3 fürs Team PHM Racing, in Bahrain war sie zuletzt als Mitglied des Alpine-Juniorteams Gast des F1-Teams. „Ich bekomme bei Alpine tiefe Einblicke in den Formelsport“, erklärt die Deutsche, auch „wie die Ingenieure arbeiten.“ Ihr nächster Start: Die Formel 3 gastiert in Melbourne – genau wie Verstappen & Co., die am Sonntag (7 Uhr MESZ, Sky) das dritte Saisonrennen starten.  oh

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