„Bayern gewinnt 3:1“

von Redaktion

Schweinsteiger, Matthäus & Co. glauben an den Tuchel-Effekt – Kehl hält dagegen

München – Stürzt der BVB den FCB noch tiefer in die Krise? Oder erheben sich die Münchner unter ihrem neuen Trainer Thomas Tuchel wie ein Phönix aus der Asche? Bis zum Anpfiff wird gerätselt, gehofft und getippt. Und zwar nicht nur beim Ottonormalanhänger, sondern auch bei den Experten und Ex-Spielern, die der wohl spannendste Gipfel der vergangenen Jahre auch intensiver beschäftigt.

Siehe FCB-Legende Bastian Schweinsteiger, der sich sogar zu einer Prognose hinreißen ließ. Favorit bleiben für den 38-Jährigen seine Bayern, in der Sportschau tippte er auf ein 3:1 für den Rekordmeister. „Es ist eine Riesenchance für den BVB. Der FC Bayern ist angeschlagen, aber normalerweise hat der FC Bayern dann immer sehr groß reagiert“, so Schweinsteiger, der übrigens große Stücke auf Tuchel hält: „Ich schätze ihn sehr. Für mich ist er ein Trainer, der auf dem gleichen Niveau ist wie Pep Guardiola. Ich hoffe, dass er sehr erfolgreich sein wird.“

Wird der Sieger des Spiels auch deutscher Meister? „Nein, aber wenn Dortmund gewinnt, dann könnte es schon ein bisschen eng werden“, so Schweinsteiger. Für den BVB spreche, dass er viel effektiver sei als früher und nicht mehr so viele Gegentore zulasse. Aufgrund der Tabellensituation könne der BVB auch bei einem Remis mit einem guten Gefühl nach Dortmund reisen. Dass Tuchel da sei, verändere jedoch viel. „Ich glaube, dass Dortmund auch nicht so glücklich darüber ist, dass bei Bayern München ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht“, sagte er.

Auch Lothar Matthäus glaubt an den Tuchel-Effekt beim Rekordmeister. „Ich glaube nicht, dass die Dortmunder Verantwortlichen positiv auf diesen Trainerwechsel reagiert haben. Sie wissen, was Thomas Tuchel kann – auch wenn sie es vielleicht nicht zugeben wollen“, sagte der Rekordnationalspieler und Sky-Experte: „Mit Tuchel kommt ein Trainer, der auch eine Dortmund-Vergangenheit hat und den Verein kennt.“

Das sieht Sebastian Kehl, seines Zeichens Sportdirektor bei der Dortmunder Borussia, naturgemäß anders: Der Ex-Spieler glaubt nämlich nicht, „dass diese Trainerpersonalie dieses Spiel unbedingt so richtig tangiert“, weil viele Nationalspieler noch bis Mitte der Woche unterwegs gewesen seien. Dem widerspricht Matthäus jedoch: „Jetzt ist auch ein neuer Konkurrenzkampf da, die Karten werden unter Thomas Tuchel neu gemischt.“

Vor allem zwei Münchner Profis dürften sich nun verstärkt ins Zeug legen, glaubt der frühere Bayern-Kapitän Matthäus. „Es geht nicht um einzelne Spieler, aber natürlich gab es auch beim FC Bayern einige Spieler, die mit Julian Nagelsmann vielleicht nicht so klargekommen sind. Ich denke da an Leroy Sané und Serge Gnabry, die nicht die Einsatzzeiten hatten, die sie sich gewünscht haben.“

Matthäus’ ehemaliger FCB- und aktueller Sky-Kollege Dietmar Hamann sieht im Trainerwechsel ebenfalls einen kleinen Pluspunkt für die Münchner. Der Ex-Nationalspieler hält das Image des neuen Bayern-Trainers als vermeintlich „schwieriger Coach“ für ungerechtfertigt. „In diesem Job musst du Entscheidungen treffen, die es in sich haben. Das kann er. Und wenn dir das dann so ausgelegt wird, dass du als schwierig giltst – dann ist es eben so“, sagte Hamann in der „Augsburger Allgemeinen“. „Einfach können alle, das ist aber nicht gefragt in diesem Geschäft.“

Tuchel sei „ein intelligenter Mann, habe einen guten Humor“. Dass dieser erst spät in der Woche alle Nationalspieler zur Verfügung hatte, sei auch kein Problem, glaubt Hamann: „Gegen Dortmund wird es um die Einstellung und den Willen gehen, unbedingt das Spiel gewinnen zu wollen. Und bei diesen Qualitäten war der FC Bayern zuletzt immer da, wenn es sein musste.“  lop

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