Der erste Schritt zum Glück

von Redaktion

5:2 – der EHC Red Bull München startet mit einem Sieg in die Halbfinals gegen Wolfsburg

VOB PATRICK REICHELT

München – Nun schwenkt er also doch immer weiter auf Meisterform ein, der EHC Red Bull München. Im ersten Halbfinale gegen die Wolfsburg Grizzlys startete der Hauptrundenmeister mit einem Offensivfeuerwerk durch. Ein 5:2 (2:0, 2:2, 1:0) stand am Ende auf der Anzeigetafel. 1:0 also in der Serie nach dem Modus best-of-seven – der erste Schritt in Richtung Finale ist gemacht. Der zweite soll am Sonntag (13.15 Uhr) in Wolfsburg folgen. Schlussmann Mathias Niederberger fand es gut. „Wir sind jetzt gut gestartet“, sagte er, „das Momentum müssen wir jetzt mitnehmen.“

Und der Fall ließ sich ja auch gleich einmal gut an. Die Münchner kamen im erneut rappelvollen Olympia-Eisstadion mit atemberaubender Wucht aus der Kabine, als wollten sie dieses erste Halbfinale gleich in der Anfangsphase erledigen. 15:1 Schüsse standen nach acht Minuten in der Statistik. Das roch nach einem reichlich bitteren Abend für die Wolfsburger, die sich erst am Mittwoch durch Spiel sieben in Straubing in diese Vorschlussrunde geschlichen hatten. „Spiel-7-Blues“, wie es Grizzly-Coach Mike Stewart nannte. „Den musst du nutzen“, befand Niederberger.

Der Blues wurde nicht kleiner als zwei der 15 Schüsse saßen. Trevor Parkes düpierte Wolfsburgs Brennpunkt Dustin Strahlmeier (2.). Fünf Minuten später zeigte Emil Johansson mit feinem Schlenzer ins Netz, dass er zurecht wieder spielte.

Wenn man dem Hauptrundenmeister EHC überhaupt etwas vorwerfen wollte, dann vielleicht, dass man die Scheibe nicht noch öfter unterbrachte. Kapitän Patrick Hager etwa rauschte alleine in Richtung Tor, doch er zielte zu hoch (18.).

Sowas kann dann auch in Auge gehen. Denn als Wolfsburg nach dem ersten Wechsel beschloss, auch ein bisschen nachdrücklicher am Spiel teilzunehmen, blieb auch gleich Matthew Loritos 2:1 hängen (23.) . „Wir wollen manchmal ein bisschen zu schön spielen“, sagte Trainer Don Jackson.

Aber die Dinge scheinen ja tatsächlich anders geworden zu sein als zu Beginn des Viertelfinals, als sich der EHC von wacker kämpfenden Bremerhavenern verschrecken ließ. Den einmal mehr bienenfleißigen Maximilian Kastner jedenfalls kratzte es wenig. „So lange wir unsere Chancen so generieren, brennt da nichts an“, sagte er. Sprach´s und legte Taten nach. Kastner zeigte dem, diesmal passenden Kapitän, wie man einen Alleingang verwertet (28.).

Und dann ist da ja noach die Münchner Spezialdisziplin dieser Tage. In Überzahl lassen die Red Bulls den Puck kreiseln wie kein zweites Team in der DEL. Ben Street klopfte ihn in Minute 30 am Pfosten an. Andreas Eder schaltete am schnellsten und stellte auf 4:1.

Vielleicht war es ja gar nicht so schlecht, dass Gerrit Fauser dem EHC München noch das 2:4 mit auf den Weg in die Kabine gab. So bestand nicht die Gefahr, dass die Gastgeber den Fokus verlieren würden. Nicht im Schlussviertel, in dem man den nun risikofreudigeren Niedersachsen sehr kompakt den Weg in die Angriffszone verbaute. Und sehr zur Freude der schwer euphorisierten Fangemeinde Treffer Nummer fünf durch Jung-Verteidiger Maksymilian Szuber (55.) nachlegte. Don Jackson freute sich: „Ein gutes Spiel.“

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