Unterhaching – Nach dem erwarteten Viertelfinal-Aus gegen den Top-Favoriten Berlin Volleys herrschte bei den Volleyballern des TSV Haching München in Sachen Saisonbilanz weitgehend Einigkeit. „Es war ein schwieriges Jahr, weil wir viele Verletzte hatten und dann auch Abgänge. Das Ziel war, VCO Berlin zu schlagen, da haben wir keinen Satz abgegeben. Ein, zwei Siege mehr hätten es aber sein können“, zog Kapitän Philipp Schumann ein durchwachsenes Fazit. Eine Einschätzung, die auch sein Sportdirektor Mihai Paduretu bestätigte: „Das Minimalziel haben wir geschafft, aber es war ein bisschen mehr drin.“
Unterm Strich stehen für die Volleyball-Löwen vier Siege in 25 Spielen: Besagte drei Pflichterfolge gegen die Junioren des VCO Berlin und einer gegen ein etabliertes Team, die Netzhoppers Königs Wusterhausen. Mehr war auch deshalb nicht möglich, weil der TSV mit Jere Heiskanen (nach der Hauptrunde in die Niederlande) und Quentin Zeller (während der Zwischenrunde in die Schweiz) zwei gestandene Spieler ziehen ließ, die woanders um die Meisterschaft spielen wollten. „Bei uns ging es um nichts mehr“, begründet Paduretu, warum er den beiden Außenangreifern keine Steine in den Weg legte. Und doch hätte es sich fast gerächt. Als sich dann nämlich auch noch Florian Krenkel verletzte, musste Coach Bogdan Tanase letztlich doch einen eklatanten Personalmangel verwalten. „Das war irgendwo schwierig, der Trainer fand das bestimmt auch nicht so gut. Wir waren dann teilweise nur neun Leute im Training“, so Schumann.
In der nächsten Saison dürfte die Hachinger Personalpolitik strikter sein, denn vermutlich wird der Underdog dann mehreren Mannschaften auf Augenhöhe begegnen. Die zuletzt stetig schrumpfende Volleyball-Bundesliga lockt Zweitligisten durch die Lockerung von Lizenzbestimmungen und die weitere Aussetzung des Abstiegs ins Oberhaus. Vier Teams sollen angeblich hinzukommen, auch der ASV Dachau ist – die sportliche Qualifikation vorausgesetzt – ein Kandidat.
„Für uns ist das gut“, sagt Paduretu, auf den nun die Kaderplanung wartet. „Es ist noch zu früh zu sagen, mit welcher Mannschaft wir in die neue Spielzeit gehen. Der Markt ist sehr unruhig, aber im Juni oder Juli findet man auch noch Spieler.“ Noch im April soll sich immerhin entscheiden, ob Trainer Tanase bleibt. UMBERTO SAVIGNANO